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RWJ 06/2020: Wölfe in Deutschland

Bis 1 400 Wolfsgebiete bei uns möglich

In Deutschland wären nach einer Studie des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) 700 bis 1 400 Wolfsterritorien möglich. Der DJV warnt vor dem politischen Missbrauch der Zahlen.

Bis 1 400 Wolfsgebiete bei uns möglich

Die Wissenschaftler bestätigen, dass der Wolf keine besonderen Lebensräume benötigt und in der Kulturlandschaft gut zurechtkommt. Der DJV warnt davor, diese Modellrechnung politisch zu missbrauchen. Wie viele Wölfe in Deutschland leben können, sei weniger eine biologische als eine gesellschaftspolitische Frage. Sinnvoll wäre eine ergänzende Studie zum Akzeptanzbestand für den Wolf. „Schwer nachvollziehbar, dass sich eines der am dichtesten besiedelten Industrieländer die weltweit größte Wolfsdichte leistet“, sagte DJVVizepräsident Helmut Dammann-Tamke.

 

Mit den Schäden nimmt in betroffenen Gebieten auch die Ablehnung zu. 2016 gab es erstmalig über 1 000 gemeldete tote und verletzte Nutztiere, darunter Schafe, Ziegen, Pferde und Rinder. 2018 waren es bereits 2 067 Fälle (+ 35 %). Mit dem gleichen Tempo breitet sich der Wolf auch in ganz Deutschland aus.

 

Nach DJV-Hochrechnung leben im Frühsommer 2020 bereits rund 1 800 Wölfe in Deutschland, damit sei der Erhaltungszustand des Wolfes in Europa bereits günstig – die baltisch-osteuropäische Population umfasst rund 8 000 Tiere.

 

Gemeinsam mit anderen Landnutzern im Aktionsbündnis Forum Natur (AFN) hat der DJV den umfassenden Handlungsvorschlag Wildtiermanagement Wolf erarbeitet: Vorgesehen sind Schutz- und Manage- mentzonen ebenso wie Ausschlussareale. So sollten sich territoriale Wölfe etwa entlang von Deichen, im urbanen Bereich oder in alpinen Regionen nicht ansiedeln. Dort ist das Konfliktpotenzial zu hoch und ein Schutz von Nutztieren schier unmöglich.

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