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RWJ 02/2018: Aktuelle Jagdbilanz

2017 knapp 600 000 Wildschweine erlegt

Im zurückliegenden Jagdjahr wurden in Deutschland viereinhalb-mal so viele Wildschweine wie vor 40 Jahren erlegt. Wegen der drohenden Afrikanischen Schweinepest (ASP) appelliert der DJV, besonders junge Sauen zu erlegen, die maßgeblich zur Fortpflanzung beitragen. Im Vergleich zum Jagdjahr 1976/77 beträgt die Steigerung knapp 350 Prozent.

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Mit kontinuierlich steigenden Abschüssen haben die Jäger in den vergangenen Jahrzehnten wachsende Bestände zwar reduziert. Besonders weibliche Tiere, jünger als zwei Jahre, müssten verstärkt erlegt werden – sie trügen mit über 80 Prozent zur Fortpflanzung bei. „Noch ist das Virus nicht in Deutschland, doch je weniger Sauen leben, desto geringer ist im Ernstfall die Ausbreitungsgefahr“, erläuterte DJV-Präsidiumsmitglied Dr. Wolfgang Bethe. Allerdings sei erwiesen, dass Menschen und nicht Wildtiere das Virus über große Distanzen verbreiten. Ein achtlos weggeworfenes Brot mit verseuchter Wurst reiche, um die ASP einzuschleppen, deshalb sollte die Aufklärungsarbeit intensiviert werden. Laut DJV muss der Fokus in Deutschland derzeit auf Maßnahmen der Früherkennung liegen. Nur so gäbe es eine Chance, die Seuche im Ernstfall schnell und effektiv einzudämmen. Der DJV bittet besonders Jäger und Landwirte, verdächtige Kadaver an Ort und Stelle zu belassen und umgehend den zuständigen Amtstierarzt zu informieren. Ein Transport ist nur in dichten Spezialbehältnissen sicher. Das Virus kann selbst im Schlamm am Kotflügel lange Zeit überleben und verschleppt werden.

 

Nach Angaben von Wissenschaftlern könnten Wildschweine ohne das Eingreifen von Jägern ihren Bestand aufgrund der guten Nahrungsbedingungen und der milden Winter jährlich mehr als verdreifachen. Hauptursache ihres europaweiten Siegeszuges sehen Wissenschaftler im Klimawandel. Sauen erreichen die Geschlechtsreife inzwischen ab einem Gewicht von etwa 30 kg. Frischlinge bringen knapp die Hälfte des gesamten Nachwuchses zur Welt. Bachen im Alter zwischen dem ersten und zweiten Lebensjahr tragen mit etwa einem Drittel zum Zuwachs bei. Gemeinsam mit dem Friedrich-Loeffler- Institut, dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, hat der DJV Empfehlungen zum Umgang mit der ASP erarbeitet, die sich in drei Kernthemen gliedern: Früherkennung, Übersicht der möglichen Maßnahmen im Seuchenfall sowie deren örtliche und zeitliche Anwendung anhand von konkreten Fallbeispielen.

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