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RWJ 10/2021: DJV-Nachrichten

Waldstrategie 2050 als Basis zum Dialog

Die kürzlich vom Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) veröffentlichte Waldstrategie 2050 enthält erste Ansätze für einen wildtierfreundlichen Waldumbau. Der DJV begrüßt, dass eine Lebensraumbewertung Eingang gefunden hat, obwohl fachliche Kriterien fehlen.

 

DJV-Nachrichten

Der DJV fordert, bei der Gestaltung zukunftsfähiger Wälder die Bedürfnisse von Wildtieren ausreichend zu berücksichtigen.

Die Aussage, „eine Verjüngung solle durch Saat und Pflanzung im Wesentlichen ohne Schutzmaßnahmen funktionieren“, stehe – so der DJV – im Gegensatz zum Bekenntnis „Wald und Wild gehören zusammen“. Der DJV sieht noch erheblichen Diskussionsbedarf, da die Bedürfnisse von Wildtieren nicht ausreichend berück-sichtigt würden. Der Verband unterstützt deshalb ausdrücklich den in der Wald-strategie 2050 formulierten Lösungsansatz, Dialog-Foren mit den wichtigsten Akteuren einzurichten. Ein praxistauglicher Kriterienkatalog zur Lebensraum-bewertung müsse dringend etabliert werden – dies könnte ein vom BMEL moderierter runder Tisch leisten. Die lokale Situation lasse sich nur objektiv beurteilen, wenn neben Verbiss wichtige Faktoren wie Nahrungsangebot und Störeinflüsse berücksichtigt würden. Auf Basis der Lebensraumbewertung müssten lokale Konzepte im Sinne eines Wildtiermanagements entwickelt und laufend überprüft werden. Die Waldstrategie 2050 soll wichtige Leitlinien zur Waldbewirtschaftung der nächsten Jahrzehnte vorgeben. Großflächige Schäden durch Dürre, Stürme und Insekten stellen die Forstwirtschaft vor enorme Herausforderungen.

Ein Umbau von Monokulturen zu strukturreichen klima-fitten Wäldern ist dringend nötig – betroffen ist mehr als ein Viertel der Wald fläche Deutschlands.

Allerdings könne ein solcher Umbau nur gelingen, wenn auch die Ansprüche von Wildtieren beachtet würden – fehlende natürliche Äsung in strukturlosen Alters-klassenwäldern etwa provoziere Verbiss an gepflanzten oder gesäten Bäumen geradezu, besonders an fremdländischen Arten.

Verschärft wird die Situation nach der Ernte auf den Feldern im Winterhalbjahr. Stimmt der Lebensraum nicht, können auch wenige Pflanzenfresser Schäden an Forstpflanzen anrichten. Nach Einschätzung von Experten ist in solchen Fällen das störungsfreie Aufwachsen von Jungbäumen ohne jede forstliche Schutzmaßnahme praxisfern.

 

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