Seite 1

RWJ 09/2020: Video-Interview jetzt online verfügbar

Ralph Müller-Schallenberg erläutert den Jagdbeitrag

Im Interview erklärt der LJV-Präsident Hintergründe zur Einführung des Jagdbeitrags. Da es coronabedingt nicht möglich war, den Film allen Mitgliedern auf den Jahreshauptversammlungen zu zeigen, hat ihn der LJV jetzt online gestellt.

mller-schallenberg jagdbeitrag id48890

In einem umfassenden Interview lässt LJV-Präsident Ralph Müller-Schallenberg keine Frage offen, damit jeder die Notwendigkeit des Jagdbeitrages nachvollziehen kann.

Unmittelbar nach der Abschaffung der Jagdabgabe durch das Land hatte der Landesjagdverband entschieden, die Einführung eines Jagdbeitrags in gleicher Höhe vorzubereiten, damit Projekte zur Förderung des nordrhein- westfälischen Jagdwesens im Interesse unserer Mitglieder auch weiterhin unterstützt und sichergestellt werden können.

 

Damit alle LJV-Mitglieder diese Entscheidung nachvollziehen können und aus Überzeugung mittragen, erhielten die Kreisjägerschaften für ihre Jahreshauptversammlungen und die der Hegeringe ein entsprechendes Interview-Video, in dem LJV-Präsident Ralph Müller-Schallenberg Hintergründe und Notwendigkeit des Jagdbeitrags detailliert erläutert. Coronabedingt konnten bisher nicht alle Jahreshauptversammlungen der Hegeringe und Kreisjägerschaften durchgeführt und somit auch dieses Interview nicht allen Mitgliedern zugänglich gemacht werden. Daher finden es alle LJV-Mitglieder vollständig und ab sofort auf der LJV-Homepage sowie unter

http://bit.ly/Jagdbeitrag.

 

Alle, die keinen Zugang zur LJVHomepage haben, finden hier nochmals die Argumente für den Jagdbeitrag, der letztendlich für den Erhalt unserer jagdlichen Infrastruktur in NRW alternativlos ist:

 

 

1. Notwendige jagdliche Projekte sichern

Mit dem Jagdbeitrag sollen wesentliche, bisher aus den Mitteln der Jagdabgabe bezuschusste Projekte zur Förderung des Jagdwesens in NRW im Interesse unserer Mitglieder auch weiter unterstützt werden. Dies sind wichtige und notwendige Projekte wie der RWJ, Weiterbildungsangebote des LJV, die Durchführung von Jagdgebrauchshundeprüfungen, Einrichtungen zur Ausbildung und Prüfung von Jagdgebrauchshunden, die Schweißhundstationen in NRW, Neu- und Ausbau sowie Instandsetzung jagdlich genutzter Schießanlagen. Dazu gehört auch die dafür unbedingt notwendige Beratung der Schießstandbetreiber sowie die durch nordrhein-westfälische Jäger betriebene Wildtiererfassung im Rahmen des Wildtierinformationssystems der Länder Deutschlands (WILD).

 


2. Finanzierungslücke schließen

Der Jagdbeitrag ersetzt weitestgehend die wegfallende Jagdabgabe in NRW. Diese wurde bisher von der Unteren Jagdbehörde beim Lösen des Jagdscheines erhoben. Weil mit Mitteln aus der Jagdabgabe wichtige und notwendige jagdliche Projekte gefördert wurden, ist diese Finanzlücke mit dem Jagdbeitrag zu schließen.

 


3. Jägergeld in Jägerhand

Mit der Einführung des Jagdbeitrages wird die langjährige Forderung des Landesjagdverbandes Jägergeld in Jägerhand! erfüllt. Aus den Mitteln der Jagdabgabe wurde das Jagdwesen in NRW gefördert. Es hat aber auch Fälle gegeben, in denen nicht jagdliche Projekte mit diesem Geld der Jägerschaft gefördert werden sollten. Dies wird mit dem zukünftigen Jagdbeitrag nicht mehr möglich sein.

 


4. Unabhängigkeit sichern

In der Vergangenheit hatten die im LJV organisierten Jägerinnen und Jäger in NRW schmerzhaft erfahren, wie die durch das Land NRW erhobene Jagdabgabe als politisches Druckmittel gegen sie verwendet wurde. Systematisch wurden seinerzeit beantragte Förderungen aus den Mitteln der Jagdabgabe nicht bewilligt, mit dem offensichtlichen Ziel, die im LJV organisierten Jägerinnen und Jäger einem politisch-ideologischen Willen zu unterwerfen.

 

Der Jagdbeitrag bietet nun der Jägerschaft die einmalige Chance, sich in allen Punkten von politischen und ideolo gischen Gängeleien unabhängig zu machen. Außerdem besteht nicht mehr die Gefahr, dass aus politisch motivierter Erwägung heraus auch Projekte jagdkritischer oder sogar jagdfeindlicher Organisationen gefördert werden können.

 


5. Rechtskonforme Finanzierung jagdlicher Projekte

Die bisherige Jagdabgabe wurde von den Unteren Jagdbehörden beim Lösen des Jagdscheins erhoben und durch das Land NRW zur Förderung des Jagdwesens verwendet. Bereits seit über 10 Jahren gab es gegen diese Erhebung mehrfach Klagen einzelner Jäger. Im Wesentlichen warfen die Kläger dem Land NRW eine nicht rechtskonforme Erhebung und Verwendung der Jagdabgabe vor und forderten deshalb deren Abschaffung.

 

Auch der LJV hat diese rechtlichen Bedenken geteilt und die Landesregierung mehrfach darauf hingewiesen. Jedoch nicht mit dem Ziel, die grundsätzlich notwendige Jagdabgabe abzuschaffen, sondern um sie langfristig, vor allem für die Schießstände in NRW, zu sichern. Deshalb auch hat der LJV den Fortgang der Klageverfahren von Einzelpersonen mit großer Aufmerksamkeit verfolgt.

 

Mit dem Jagdbeitrag besteht zukünftig nicht mehr die Gefahr, dass dringend benötigte Fördermittel von heute auf morgen aus politischen oder juristischen Gründen nicht mehr zur Verfügung stehen.

 


6. Schießstände sichern

Insbesondere die Finanzierung von Maßnahmen zur Herstellung und Sicherung der Zukunftsfähigkeit unserer jagdlichen Schießstände wäre ohne den Jagdbeitrag nicht mehr möglich. Die meisten Schießanlagen in NRW müssten im schlimmsten Fall geschlossen werden. Die Betreibervereine, zumeist Hegeringe und Kreisjägerschaften, müssten Insolvenz anmelden, da sie den dann folgenden behördlichen Auflagen wie Rückbau verpflichtungen nicht nachkommen können.

 


7. Keine finanzielle Mehrbelastung für LJV-Mitglieder

Der Jagdbeitrag wird durch die Kreisjägerschaften als ein gesonderter, weiterer LJV-Mitgliedsbeitrag erhoben werden. Da dies genau in der Höhe der bisherigen Jagd abgabe erfolgen soll, wird es so in der Regel nicht zu Mehrkosten für das einzelne Mitglied kommen.

 

Mitglieder mit Jägerprüfung, aber ohne gelösten Jagdschein, werden gefordert sein, mit ihrem Jagdbeitrag aus Soli da rität zur Förderung der jagdlichen Gemeinschaftsaufgaben beizutragen.

 

Für LJV-Mitglieder, die keine Jägerprüfung absolviert haben, soll der Jagdbeitrag entfallen.

 


8. Deutliche Mitglieder-Vorteile

Den Jagdbeitrag werden Mitglieder des LJV NRW zahlen. Im Gegenzug soll es für unsere Mitglieder deutliche Vergünstigungen bei der Nutzung der aus den Mitteln des Jagdbeitrags geförderten Angebote und Einrichtungen (wie Schießstände, Jagdgebrauchshundeprüfungen, Weiterbildungsangebote u. a.) geben.

 


9. Transparente und unabhängige Verwaltung

Mit der Verwaltung des Jagdbeitrags wird der LJV eine unabhängige und qualifizierte Stelle beauftragen, die alle Anträge auf eine Förderung aus den Mitteln des Jagdbeitrags neutral bearbeiten wird. Diese sogenannte Fördermittelstelle wird auch die Projektdurchführung dauerhaft begleiten und den zweck konformen und wirtschaftlichen Mittel einsatz überwachen.

 


10. Getrennte Kassen

Die Mittel des Jagdbeitrags werden vollkommen losgelöst vom normalen LJV-Haushalt und damit dem normalen LJV-Mitgliedsbeitrag verwaltet werden. Sie sind als Fortbestand der bisherigen Fördermöglichkeiten zu begreifen.

 

LJV NRW


Aktiv nur für Mitglieder!

Bitte melden Sie sich an, oder werden Sie Mitglied.