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RWJ 03/2021: Notzeit

Dem Niederwild helfen

Hoher Schnee in den Tieflagen und die Kombination aus Nassschnee und anschließender Harschbildung bedeuten Notzeit gerade auch für das Rebhuhn.

 

In einer arten- und strukturreichen Kulturlandschaft kamen Rebhühner auch mit dem Winter gut zurecht, so zu Beginn des letzten Jahrhunderts auf der Winterberger Hochfläche. In schneereichen Wintern graben sich Rebhühner eine Schneehöhle, bei verharschtem Schnee gelingt dies nicht. Zusätzlich fehlt dann Nahrung. Zur Überbrückung hilft Fütterung mit Weizen und Stroh. So eine Häckselmischung wird weit von der nächst gelegenen höheren Deckung (mind. 200 m, besser noch weiter) ausgebracht, wo man eine Kette beobachtet hat. Rebhuhn-Notfütterung ist keine Dauerfütterung an festen Plätzen!

 

Entscheidend zur Wahl der Plätze dafür sind gute Übersicht, große Entfernung zur nächsten Deckung (Waldrand, Einzelbäume, Leitungsmasten) und die Nähe zu einer Kette. Ist einer dieser Faktoren nicht erfüllt, füttert man besser nicht. Hunde dürfen bei Schnee nicht frei über die Felder laufen. Energieverluste durch Nahrungsmangel und Störungen sind leicht tödlich.

 

Fütterungen können in Notzeiten mit extremem Schnee helfen. Da die Nahrung der erwachsenen Tiere jedoch zum Großteil aus Pflanzen und Blattteilen besteht, ist die Verfügbarkeit unterschiedlich alter Brache- und Deckungsflächen der wichtigste Beitrag, um die Tiere mit Nahrung auch im Winter zu versorgen und gleichzeitig für Brutplätze im Frühjahr zu sorgen.

 

Dr. Michael Petrak,
Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadenverhütung

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