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RWJ 03/2019: Jagd & Hund 2019

Ohne Wildbret kein Genuss

Auf Europas größter Jagdmesse trafen sich mal wieder alle, die im Bereich der Jagd unterwegs sind, um Neuigkeiten vorzustellen, Infos auszutauschen oder die Ausrüstung zu vervollständigen. Noch mehr Bedeutung als sonst hatte das Thema Wildbretverwertung.

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Die Jagd & Hund lockte 2019 über 82 000 Jäger und Jagdinteressierte in die Dortmunder Westfalen­hallen. Neben Waffen, Optik, Ausrüstung, Fahrzeugen und Hunden stand mehr denn je das Wildbret im Mittelpunkt von Europas größter Jagdmesse.

Der LJV bohrt das dicke Brett schon seit vielen Jahren – die Wildbretverwertung soll stärker in den Fokus der Jagdausübung gerückt werden – denn Wild zu erbeuten ist eines der zentralen Ziele der Jagd. Außerdem eignet sich hochwertiges Fleisch aus nachhaltiger Jagd ideal, um in einer kritischen Öffentlichkeit für das Waidwerk zu werben. Auf der „Jagd & Hund“ stand dazu erstmals eine ganze Halle zur Verfügung. Die unglückliche Kombination von Hundeausdünstungen und Gourmetfreuden wurde beendet – in Halle 8 drehte sich alles um Jagdhunde, ihre Ernährung und die Ausrüstung für die Hundearbeit. In der großen Westfalenhalle 1 fand das Wild Food Festival mit Imbiss-Ständen, Weinund Spirituosenhändlern, Grillherstellern und einer großen Show-Bühne statt. Promi-Köche zeigten, wie einfach Wildbret zubereitet werden kann, und an den vielen Ständen stärkten sich die Messebesucher mit Pulled-Pork-Burgern von der Sau oder gut abgehangener Reh-Salami. Ein frisches Pils durfte in der Bierstadt Dortmund ebenso wenig fehlen wie ein guter Tropfen Weiß- oder Rotwein. Bedauerlich war einzig der recht lange Weg zwischen den Jagdhallen und dem Wildgenuss, der einmal quer durch die Welt der Angler führte.

 

 

Umweltministerin eröffnet Messe

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Ursula Heinen-Esser erhielt von Ralph Müller-Schallenberg als erste Messe-Besucherin eine LJV-Kühltasche mit Wildspezialitäten.

Auch NRW-Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) lobte zur Eröffnung den Ansatz, dem Lebensmittel Wild mehr Raum zu geben, das auch in der Gastronomie und privaten Haushalten an Bedeutung gewinne. Sie eröffnete die Messe offiziell, was unter Jägern mit Genugtuung wahrgenommen wurde. Schließlich sind die Erinnerungen an Jahre der Abwesenheit grüner Fachminister noch in unguter Erinnerung.


Jagdabgabe wird umstrukturiert

Angesichts der noch immer drohenden ASP dankte Heinen-Esser den Jägern für ihr Engagement und die massiv gesteigerte Sauenstrecke im vergangenen Jagdjahr. Angesichts zweier standorttreuer Wölfinnen in NRW betonte die Ministerin, der Schutz des Menschen gehe vor. Die Entschädigung für Weidetierhalter sei schnell und umfassend aufgebaut worden. Außerdem warnte sie vor Hybriden, die entstehen könnten, wenn sesshafte Wölfinnen von freilaufenden Hunde gedeckt würden. LJV-Präsident Ralph Müller-Schallenberg erinnerte angesichts der Diskussion um ein neues Landesjagdgesetz in NRW, dass man sachlich diskutiert und sich dabei nichts geschenkt habe. „Es liegt in der Natur der Sache, dass man nicht alle Forderungen durchsetzen kann, wir erwarten aber noch kleinere Klarstellungen im Februar.“

 

Angesichts der bevorstehenden Umstrukturierung der Jagdabgabe betonte der Jägerpräsident, dass man nun endlich die Chance habe, dass „Jägergeld in Jägerhände“ komme. Bislang war die Jagdabgabe beim Lösen des Jagdscheins eingezogen worden, das Umweltministerium bestimmte direkt über die Verwendung der Mittel – was in Zukunft ausgeschlossen sein wird. Zum Ende konnte Müller-Schallenberg noch eine sehr positive Nachricht verkünden. Auf der Dortmunder Messe gelten strenge Regeln für die Vermarktung von Jagdreisen, etwa nach Afrika. Seit mehreren Jahren ist es verboten, in Dortmund den Abschuss von gezüchteten, in Gefangenschaft aufgewachsenen Löwen zu verkaufen – und diese widerwärtige Praxis als Jagd zu bezeichnen. Auch auf Druck dieser Regelung habe das südafrikanische Parlament beschlossen, die Zucht von Abschuss-Löwen zu verbieten, denn bisher ist diese Praxis in Südafrika völlig legal.

 

 


Technische Neuigkeiten

Die meisten Hersteller haben sich in diesem Jahr auf die Erweiterung und Verbesserung ihrer bewährten Produkte konzentriert. Generell ist ein Trend zum Werkstoff Carbon bei den meisten Herstellern zu verzeichnen, so bietet auch Sako mit der 85 Wolf Carbon einen Repetierer mit verstellbarem Schaftrücken an.

 

 


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Bleifreie Kleinkalibermunition

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Wer etwa mit der .222 Rem. jagt, kann jetzt auf bleifreie Munition aus Finnland zurückgreifen.

Eine echte Neuigkeit ist die Entwicklung praxistauglicher KleinkaliberGeschosse von Lapua. Bislang konnte der Markt keine bleifreien Jagdgeschosse in der Kalibergruppe von .222 Rem. bis 6,5 Creedmoor anbieten. Daher gibt es in NRW bis heute eine Ausnahmegenehmigung in dieser Kaliberpalette, ansonsten sind bleihaltige Geschosse zur Jagd zwischen Rhein und Weser verboten.

 

 


Echte Neuheit von Steyr

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Steyr Monobloc

Steyr präsentierte mit der Monobloc eine echte Neuheit – dabei sind Lauf und Gehäuse erstmals aus einem Stück Stahl kalt gehämmert. Damit will man eine noch bessere Präzision und weniger Treffpunktverlagerung bei Hitzeentwicklung durch längere Serien erreichen. Der ergonomische Schaft lässt sich individuell anpassen. Handspannung, Kammersperre und ein herausnehmbarer Abzug vervollständigen das Angebot („Kaliber: .308 Win., 30-06, ab 2020 auch in .270 Win., 7 x 64 und 8 x 57 IS“).


Trend zu Carbon

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Sako 85 Wolf Carbon

Blaser erweitert die Produktpalette um modifizierte Waffen, wie die Kipplaufbüchse „K95 Ultimate Carbon“. Wie der Name schon sagt, wird die führige Waffe aus Kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff hergestellt – ein Trend, der in der gesamten Branche zu verzeichnen ist – u. a. bei Sako mit der 85 Wolf Carbon. Die Waffen sind dadurch sehr leicht und zeichnen sich gleichzeitig durch Widerstandsfähigkeit und hohe Steifigkeit aus. Da der Werkstoff den Rückstoß nicht so aufnimmt wie ein klassischer Holzschaft, bietet Blaser ein einfach einsetzbares Schaftkappenelement mit RückstoßdämpfungsSystem an.

 

Dieses soll für ein ausgesprochen angenehmes Schussverhalten sorgen – auch bei starken Kalibern. Das Dämpfungselement gibt es in unterschiedlichen Härtegraden. Außerdem kann der neue Schaftrücken in der Höhe verstellt werden. Die Schaftkappe lässt sich ebenfalls nach hinten verstellen. Man kann die Waffe also im Sommer auf dünne und im Winter auf dicke Kleidung anpassen.

 

 


Schmidt & Bender ist zurück

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Blaser Ultimate Carbon-Hinterschaft mit Rückstoßdämpfungs-System

Im Bereich der Jagdoptik meldet sich Schmidt & Bender zurück. Nachdem das Unternehmen in den vergangenen Jahren vor allem mit Neuentwicklungen für den Behördenbereich auffiel, will man sich in Biebertal nun wieder verstärkt der Jagd zuwenden. Das neue Zielfernrohr Exos richtet sich an Jäger, die auch Freude am sportlichen Schießen haben. Das Absehen liegt in der zweiten Bildebene, was bei den meisten neueren Zielfernrohren heute Standard ist. Dabei kann es aber zu geringfügigen Treffpunktverlagerungen zwischen niedrigster und höchster Vergrößerung kommen. Schmidt & Bender betont, dass man diese Verlagerung nun auf unter einen Zentimeter minimiert habe, was jagdlich keinen Unterschied mehr macht.

 

 


Für den guten Zweck

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Rolf Knäpper (RUAG) überreichte den Scheck an LJV-Vizepräsident Georg Kurella (r.).

Für den guten Zweck Die Messe wird immer auch genutzt, um in der Öffentlichkeit für die Jagd zu werben. Ein Element sind die Spenden: 3 800 € gingen am Ende der Messe auf das Konto der Wildtierund BiotopschutzStiftung NRW. Auf der Jagd & Hund konnten Messebesucher an einem LuftgewehrSchießstand ihre Schießfertigkeit unter Beweis stellen. Die Einnahmen spendete die Firma RUAG Ammotec als Standbetreiber an die Wildtierund BiotopschutzStiftung NRW. Georg Kurella, Vizepräsident des Landesjagdverbandes NordrheinWestfalen, erhielt am letzten Messetag von Rolf Knäpper den symbolischen Scheck. Kurella sagte erfeut: „Die Wildtierund BiotopschutzStiftung NRW fördert in ganz NordrheinWestfalen Maßnahmen des Naturschutzes und der Umweltbildung durch Jäger. Das Geld werden wir in diesen Projekten gut anlegen können.“


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Tombola der Landesmeisterschaft 2018

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Zur Übergabe der Preise trafen sich am LJV-Stand Hendrik Hiepass-Aryus (Puma), Heike Westarp (Gewinnerin Leica-Entfernungsmesser), Maik Domian (Leica), Kristin Sendker-Behrens (Gewinnerin Schmidt & Bender Zielfernrohr), Felix Steinkuhl (Gewinner Hartmann Tresor), Franz-Josef Zimmermann (Hartmann), Kai-Uwe Kühl (K&K Premium-Jagdreisen), Gevin Schlewitt (Gewinner Blaser R 8), Peter Apollinarski (Blaser) und Landesobmann Jean-Michael Hachmann (v. l.).

Die anlässlich der Tombola beim jagdlichen Schießen auf der Landesmeisterschaft 2018 verlosten Gewinne der Firmen Blaser, Leica, Puma, Schmidt & Bender, Hartmann Tresore und K & K Premium-Jagdreisen wurden auf der Messe übergeben. Die Einnahmen stellten die Firmen wieder der Förderung der Jugendarbeit im jagdlichen Schießen zur Verfügung. Für diese großzügige Unterstützung und die tolle Zusammenarbeit bedankte sich für den LJV Landesschießobmann Jean-Michael Hachmann. „Mit Blick auf die kommende Saison freut es mich besonders, dass wir auch 2019 diese tolle Unterstützung erfahren und die Verlosung wieder durchführen können“, so Hachmann.


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Ralf Beermann (Schmidt & Bender) übergab das verloste Zielfernrohr an Kristin Sendker-Behrens.


WILD FOOD FESTIVAL

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Das Food-Duo: Magdalene und Wolfgang Grabitz.

Seit 15 Jahren sind sie die Botschafter für Wildbret auf der Jagd & Hund. Sie freuten sich daher besonders über die große Bühne und prominente Unterstützung auf dem WILD FOOD FESTIVAL – Magdalene und Wolfgang Grabitz.

 


Junge Jäger

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Blogger-Besuch am Stand der Jungen Jäger.

Besuch des Blogger-Rundgangs am Stand der Jungen Jäger. Blogger fanden in diesem Jahr viele Angebote auf der Jagd & Hund, wie die Jagd-Lounge in Halle 8, die Food- Lounge in Halle 1 und den Blogger-Day am Samstag.

 

 


Danksagung

Auch die „Jagd & Hund 2019“ wäre ohne das außerordentliche Engagement der mittlerweile rund 250 ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeiter des LJV nicht so erfolgreich verlaufen. Zudem beteiligten sich zahlreiche Firmen in vielfältiger Weise an den Aktionen.

 

Der Landesjagdverband dankt allen, die zum Gelingen der zahlreichen LJVAktivitäten auf der „Jagd & Hund 2019“ beigetragen haben, besondere Anerkennung gilt folgenden Organisationen, Unternehmen und Personen: Fleischerei Bonkhoff, Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Landesverband NRW, Regionalverband Ruhr, RUAG Ammotec, Brauerei C. & A. Veltins, Holz & Raum, Weingut Menger, Geocaching Kreis Steinfurt, Förderkreis Lernort Natur EnnepeRuhr, FACE, DJV, KJS Dortmund und Essen, Magdalene und Wolfgang Grabitz, Jill Groote, Bernd Hanrath, Werner Zalisz, Sigrid Ruß sowie Steffi und Hans Schild.


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