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RWJ 05/2013: Tierschutz

13,87 Euro retten Wildtiere!

April, Mai und Juni sind Horror­monate von Jägern und Hegern in Niederwildrevieren mit hohem Grünlandanteil. Immer schnellere und breitere landwirtschaft­liche Mähmaschinen mit Flächenleistungen von bis zu 20 ha/Stunde töten immer mehr jagdbare und nichtjagdbare Wildtiere.

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Mithilfe des unscheinbaren LJV-Wildretters konnten schon unzählige Wildtiere wie dieses Fasanenküken vor dem Ausmähen bewahrt werden. Fotos: T. Berner

Mäuse, Erdkröten, Igel oder Kiebitzküken verbleiben nach der Grasernte genauso als zerfetzte Fleischklumpen auf den Wiesen wie Kitze, Rebhühner, Fasane, Hasen und Kaninchen.

 

Doch leider beschränken sich die Verluste heute nicht mehr auf Wiesenmahd und Jungtiere – andere Erntemaschinen stehen Kreiselmähern um nichts nach:

 

  • Getreide-Mähdrescher verschlucken locker ganze Fasanengesperre – oder eine komplette Sau,
  • bis zu 14-Reihen-Maishäcksler (mit Kose-Namen wie Jaguar) rasen mit irrsinnigen Arbeitsgeschwindigkeiten von bis zu 22 km/h über den Acker,
  • Niederwild verschwindet einfach als Puzzle im Silomais oder erhöht den Ertrag in der Biogasanlage. Allenfalls an der kurzen Geräuschänderung der Maschine kann man erahnen, dass gerade wieder ein Wildtier zerstückelt wurde. Erst Tiere ab Rehgröße zwingen den Jaguar zum „Verhoffen“. Doch damit nicht genug:
  • Rübenroder ziehen laut Aussage von Lohnunternehmern am Niederrhein stündlich ein Wildtier in die Messer.

 

Trauriger „Rekord“ – der Fahrer eines Sechsreihen-Roders legte nach der letzten Reihe 36 zerschnittene Kaninchen zur Strecke …

 

Wildtierverluste gibt es aber auch in weniger beachteten Bereichen wie beim Pressen von Heu und Strohballen oder der Flüssig-Düngung. Letztere wird uns in den nächsten Jahren stärker beschäftigen – wenn herkömmliche Verfahren der Gülleausbringung per Gesetz durch emissionsfreundlichere Injektions- und Schlitzverfahren ersetzt werden.

 

Statt Gülleduschen jagen dann stahlharte Nadeln und Messer in den Rücken von Jung- und Althasen – alles der Umwelt zuliebe, versteht sich …

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13,87 Euro retten Wildtiere!

Viele Wildtiere gerettet

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In Kombination mit Wildseuchen lässt sich der Wildretter auch zum Vertreiben von Kitzen aus Flächen, die zur Mahd anstehen, vertreiben.

Viele Wildtiere gerettet Laut Tierschutzgesetz und verschiedener Gerichtsurteile müssen Landwirte und Lohnunternehmer gefährdete Flächen nach Wild absuchen, doch nur selten kommen Landwirte dieser Verpflichtung auch nach. Viel einfacher ist es ja, alternativ den zuständigen Revierpächter oder Jagdaufseher anzurufen, der dies für „sein“ Wild freiwillig auch gern übernimmt.

 

Seit 1993 sucht Wildmeister Thomas Berner jedes Jahr bis 180 ha Wiesen im LJV-Lehr- und Forschungsrevier ab. Unterstützt wird er dabei regelmäßig von freiwilligen Helfern aus dem Familienund Freundeskreis sowie der hauseigenen langjährigen Stammtruppe passionierter Jagdhundeführer. Sie alle retteten vielen hundert Wildtieren das Leben.

 

Doch wo waren in den letzten 18 Jahren die Natur- und Tierschützer in unserem unter Naturschutz stehenden Revier? Gerne hätten wir sie bei Hitze und Staub in meterhohem Gras als zusätzliche Hilfe begrüßt. Vielleicht suchten sie ja gerade zeitgleich ihre Streuobstwiesen anderswo ab – oder ist diese Art der Wildtierrettung doch nur den Jägern gutzuschreiben?

 

Vielleicht werden wir eines Tages alle zusammenarbeiten. Bis dahin folgen wir Jäger auf jeden Fall unserer Berufung – zum Wohl aller wilden Tiere, nicht nur der jagdbaren Arten!

 

Bislang waren Jagdhunde unsere besten Wildretter, in Spitzenzeiten wurden fünf Hektar große Wiesen mit bis zu vier Hunden gleichzeitig abgesucht.

 

Allerdings finden selbst sehr gute Jagdhunde nicht jedes Stück.

 

Dazu bezahlen sie ihren engagierten Einsatz oft genug mit entzündeten Augen – und der Führer mit einem Besuch beim Tierarzt. Als vor einigen Jahren unter tragischen Bedingungen ein Vorstehhund durch ein Mähwerk getötet wurde, stand der Entschluss fest, dass eine Alternative hermusste.


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Ein Wildretter zum Spottpreis

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Kaum zu glauben - Der winzige Wildretter (hier im Einsatz an einem Frontmähwerk) hat seine Bewährungsprobe in der Praxis längst bestanden - probieren Sie's selber aus!

Ein Wildretter zum Spottpreis Ähnlich wie bei der Treibjagd hatten alle unsere menschlichen Wildretter immer schon durch Geräusche versucht, entdecktes Wild aus den Flächen zu treiben. Neben Mundgeräuschen und Hunde pfeifen kamen Treiberklappen und Ratschen zum Einsatz. Letztendlich aber wurde ein extrem lauter Signaltongeber mit niedriger Stromaufnahme gesucht – und gefunden.

 

Gleich das erste Gerät brachte die erwünschte Wirkung, mit seinen 105 dB Schalldruck aus drei Meter Entfernung verscheucht es sehr viele Wildtiere zuverlässig. Inzwischen benutzen wir das Gerät seit vier Jahren und können zusätzlich auf Erfahrungen vieler Revie rinhaber, die das Gerät ausprobierten, zurückgreifen. All diese Erfahrungen sind so positiv, dass der LJV NRW damit an die breite Öffentlichkeit geht – und auf noch mehr Nachahmer hofft.

 

Für ganze 13,87 € (www.reicheltpedia.de/index.php/Wildtiere_retten) kauft man vier benötigte Teile und baut diese in wenigen Minuten zum einsatzfähigen Gerät zusammen. Dieser akustische LJV-Wildretter nach Wildmeister Thomas Berner kann auf vielfältige Art und Weise eingesetzt werden:

 

1. Als Ergänzung zu den bekannten Flattertüten, um Ricken zu veranlassen, ihre Kitze aus der Wiese zu führen. Dabei beschallt ein Gerät eine etwa fünf Hektar große Fläche eine Nacht lang. In Siedlungsnähe muss man natürlich den Lärmschutz beachten. Da der Schall sich aber nur in eine Richtung entwickelt, lassen sich die Geräte auch in der Nähe von Wohnbebauung aufstellen.

2. Als Ersatz für den Jagdhund, indem man mit Gehörschutz die Fläche unmittelbar vor der Mahd im Zickzack abläuft.

3. Angebracht an landwirtschaftlichen Maschinen verscheucht es Wild direkt vor der eigentlichen Gefahr. Auch hier gilt: Der Schall entwickelt sich nur in eine Richtung – gut für den Fahrer in der Schlepperkabine, der nur sehr wenig von dem Krach mitbekommt.

 

Zur Wildrettung muss das Gerät allerdings so angebracht werden, dass der Schall in die noch zu schneidende Fläche geworfen wird. Bei großen Arbeitsbreiten sollten sogar zwei bis drei Geräte in gewissem Abstand angebracht werden. Gerettet werden:

 

  • fast alle Feldhasen und Wildkaninchen ab einem Alter von etwa drei Monaten
  • erwachsene Fasane (nicht jedoch brutstarre Hennen)
  • Rehkitze ab etwa drei Wochen Alter
  • und natürlich alles erwachsene Wild

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Ein Wildretter zum Spottpreis

Wenn man die Flächen gar nicht mehr absucht, sondern nur noch mit akustischen LJV-Wildrettern an landwirtschaft lichen Maschinen arbeitet, scheint es so zu sein, dass Fasanenhennen wenige Tage alte Gesperre langsam aus der Fläche hinausführen. Allerdings muss dann zusätzlich von innen nach außen oder von einer Seite zur anderen unter Berücksichtigung einer Fluchtmöglichkeit gemäht werden (weitere Informationen: hier klicken).

 

Doch selbst wenn der akustische LJVWildretter nur ein einziges Wildtier in einer Fläche rettet, ist er sein Geld allemal wert. Vielleicht sollten große Landmaschinenfirmen wie Claas und Krone einmal überlegen, ob so ein Tonfolgesignalgeber nicht einfach direkt ab Werk an jede Maschine angebracht wird und von der Kabine aus zu schalten ist – alle Wildtiere würden es ihnen danken!

 

Die Empfehlung, von innen nach außen oder von einer Seite zur anderen zu ernten, sollte in der Landwirtschaft bei jedem Maschineneinsatz auf dem Feld genauso Pflicht werden wie das Verbot der Nachtarbeit mit Scheinwerfern.

 

Und warum sollte nicht mal über eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf landwirtschaftlichen Flächen nachgedacht werden? Leider wird in Naturschutzgebieten oft genauso gewirtschaftet wie auf konventionellen Flächen, dabei wäre dort ein Umdenken am ehesten umzusetzen. Doch leider arbeiten auch in Naturschutzgebieten die gleichen Maschinen wie überall – mit den gleichen negativen Auswirkungen.

 

Es ist gut vorstellbar, dass sich der akustische LJV-Wildretter auch zum Drücken von Sauen aus dem Mais bewährt, allerdings liegen dazu derzeit noch keine Erfahrungen vor.

 

Zur generellen Wildschadenverhütung gegen Sauen wird sich das Gerät allerdings kaum einsetzen lassen, da ja bekannt ist, dass sich die Schwarzkittel sehr schnell an regelmäßige Geräusche gewöhnen.

 

Wir würden uns freuen, wenn Sie das Gerät nachbauen und uns Ihre Erfahrungen (egal welcher Art) berichten.

 

LJV NRW

 

Hinweis: Der vollständige Artikel samt einer Bauanleitung für den LJV-Wildretter steht nachfolgend als kostenloser Download zur Verfügung.

 

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Haftungsausschluss

Alle enthaltenen Angaben, Anleitungen, Methoden, Daten etc. wurden vom LJV NRW erarbeitet und geprüft. Da eine Anwendung ohne Einfluss und Kontrolle des LJV stattfindet, muss jegliche Haftung und Gewährleistung für Personen-, Sach- und Vermögensschäden ausgeschlossen werden. Dies ist eine Fachanleitung für Jäger in NRW, der LJV setzt deshalb voraus, dass der Leser die nötige Vorsicht walten lässt, Herstellerhinweise, Gebrauchsanweisungen und geltende Gesetze achtet sowie die Ausübung durch Unbefugte verhindert bzw. ausreichend vor Gefahren schützt.


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