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RWJ 10/2017: Tabellen zur Berechnung von Wildschäden in NRW

So viel kostet Ihr Wildschaden

Analog den Gepflogenheiten in Deutschland veröffentlicht die Landwirtschaftskammer NRW die folgenden Richtsätze (durchschn. Erzeugerpreise frei erster Erfassungsstufe, inkl. 10,7 Prozent MwSt./Ernte 2017). Durch sich schneller verändernde Märkte und größere Preisschwankungen wird es zunehmend schwieriger, die Preissituation genau zu berücksichtigen, zumal Richtsätze nur einmal im Jahr als Orientierungswerte herausgegeben werden (aktuelle Erzeugerpreise Fachbereich Markt der LWK NRW www.agrarmarkt-nrw.de).

Die vorliegenden Richtsätze sollen eine sachgerechte Bewertung von Aufwuchsschäden an landwirtschaftlichen Kulturen in solchen Fällen ermöglichen, in denen die Einschaltung eines Sachverständigen, etwa wegen des geringen Schadenumfangs, nicht vorgesehen ist (Einzelschäden bis 1 000 € durch Bauarbeiten, Vermessungsarbeiten, Wildschäden u. a.). Bei größeren Schäden und in Streitfällen muss dagegen regelmäßig eine genaue Begutachtung und Bewertung erfolgen, um betriebliche und regionale Besonderheiten und ggf. schadenmindernde Umstände zu berücksichtigen. In diesen Fällen sollte ein öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger beauftragt werden.

 

Weichen Erträge von den vorgegebenen Ertragsstufen nach oben oder unten ab, sind tatsächliche Erträge anzunehmen. Die angegebenen Preise stellen durchschnittliche Erzeugerpreise frei erster Erfassungsstufe inkl. 10,7 % MwSt. für den Zeitraum der Ernte 2017 dar. Aktuelle Marktdaten-Infos sind bei der Landwirtschaftskammer NRW abrufbar unter www.agrarmarkt-nrw.de. In den angegebenen Preisen und Richtwerten ist die Umsatzsteuer enthalten. Weichen die erzielten Preise von den Marktpreisen in der Tabelle ab, ist mit diesen zu rechnen. Bei Produkten, die in der Regel im landwirtschaftlichen Betrieb verwertet werden, sind die Wiederbeschaffungskosten berücksichtigt. In den Richtsätzen für Getreide ist das Stroh enthalten. EU-Flächenprämien sind in den Richtwerten nicht enthalten – geht durch ein Schadereignis der Prämienanspruch verloren, ist dieser gesondert zu entschädigen.


Grünland-Schäden

Die Wiederherrichtung zerstörter Grasnarben ist praxisgerecht auf Basis Maschinensätze (nach Arbeitsstunden) zu kalkulieren. Für Lohnunternehmer mit Spezialmaschinen sind deren Stundensätze für die Reparatur anzunehmen. Der Zeitaufwand ist nach den tatsächlichen Verhältnissen zu kalkulieren. Die Stundensätze bei Eigenmechanisierung der Landwirte sind in Anlehnung an Erfahrungssätze für überbetriebliche Maschinenarbeiten der Landwirtschaftskammer zu berechnen. Dabei ist eine geringere Flächenleistung durch tiefe Aufbrüche und Verteilung über die Gesamtfläche zu unterstellen (aktuelle Erfahrungssätze für überbetriebl. Maschinenarbeiten www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/download/index.htm).

Bei erforderlicher Handarbeit (einzelne Schwarzwildaufbrüche, starke Hanglage o. ä.) ist ein Stundenlohn von 14 – 21 € angemessen.

 

Weidezäune (einschließlich Pfähle),

Pfahlabstand 4 m (Neuwerte)

3- bis 4-drähtig 8 – 15 € je lfd. m

 

Elektrozaun (ohne Gerät und Batterien)

3 – 4 € je lfd. m


(ALB Ausgabe 2017/18)

 

Literatur: Weitere Hinweise/Hilfen zur Bewertung von Aufwuchs und Aufwuchsschädenenthält die Broschüre „Berechnungsgrundlagen für die Ermittlung von Schäden an landwirtschaftlichen und gärtnerischen Kulturen und Grundstücken“ (19,90€/ Verband der Landwirtschaftskammern, Claire-Waldorff-Str. 7, 10117 Berlin, Tel. 030/31904500)

 


Im folgenden kostenlosen Download-PDF erhalten Sie nähere Informationen über

 

  • Entschädigungssätze für Ackerkulturen
  • Entschädigungssätze für Ackerfutter
  • Entschädigungssätze für Aufwuchs Dauergrünland

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