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RWJ 01/2016: Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW

NRW weitet Schwarzwild-Untersuchungen aus

Ab sofort untersucht NRW Wildschweine auf Brucellose, eine Infektionskrankheit, die bei Schweinen vom Stäbchenbakterium Brucella suis hervorgerufen wird.

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Außer auf Haustiere könnten Wildschweine die Brucellose auch auf den Menschen übertragen.

Das Vorkommen der Brucellose in Wildschweinpopulationen anderer Bundesländer ist bereits bekannt. Ob die Krankheit auch bei Schwarzwild in NRW verbreitet ist und damit eine Gefahr für Hausschweine darstellen könnte, sollen diese Untersuchungen klären. Bei Hausschweinen ist die Erkrankung anzeigepflichtig! Dazu entnehmen Jäger Blutproben von Wildschweinen aus NRW und leiten sie über die zuständigen Vete rinärämter an die Chemischen und Veterinär- Untersuchungsämter (CVUA) zur Analyse weiter.

 

Hintergrund: Brucellose kann auch bei anderen Arten wie Rindern und Schafen auftreten. Ferner kann sie auch auf Menschen übertragen werden – meist durch Tierprodukte. In Deutschland gibt es nur vereinzelt Erkrankungen bei Menschen, da Nutztierbestände hier frei von dieser Erkrankung sind, was regelmäßig kontrolliert wird. Tritt die Erkrankung beim Menschen auf, steht die Infektion in den meisten Fällen in Zusammenhang mit Infektionen während Urlaubs reisen.

 

Wildschweine können Infektionsquelle für unterschiedliche übertragbare Tierkrankheiten sein – nicht nur für Brucellose. Besonders bei hohen Wildschweinbeständen und entsprechenden Kontaktmöglichkeiten zu Tierhaltungen besteht die Gefahr, auch Hausschweinbestände zu infizieren, was in der Folge zu erheblichen wirtschaftlichen Schäden führen kann. In NRW werden daher seit Langem regelmäßig Untersuchungen bei Wildschweinen auf das Vorliegen der Klassischen Schweinepest durchgeführt. Seit 2014 erfolgt dieses Monitoring auch für die Afrikanische Schweinepest und seit 2015 für die Aujeszkysche Krankheit. Ziel ist es, frühzeitig eine Verbreitung dieser anzeigepflichtigen Tierkrankheiten in der Wildschweinepopulation zu erkennen, um im Zweifel entsprechende Maßnahmen zum Schutz der Hausschweinebestände einleiten zu können.

 

www.lanuv.nrw.de

 

 

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