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RWJ 11/2017: LJV-Umfrage Frühjahr 2017 (Teil 2)

Wie gehts den Fasanen in NRW?

Feldhase und Fasan sind seit Jahren die Sorgenkinder in unseren Revieren. Darüber wurde viel geredet und geschrieben – von der Forschungsstelle, im RWJ und den NRW-Fallwildberichten. Manche Negativfaktoren gelten als bekannt, andere als eher unklar. Hier die Fasanen-Ergebnisse der RWJ-Umfrage im Februar 2017 zu konkreten Aspekten und Begleitumständen.

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Foto: M. Breuer

Bei den Fasanen stehen 25 Revieren mit besonders vielen Fallwildfun­den lediglich 21 Einsender gegen­über. Aus manchem Revier gelangte also gar kein Fasan zur Untersuchung, diese Fallzahlen rekrutieren sich aus KLE (mind. 4), ST (mind. 3), BM (2), VIE, GT und BOR (je 1). In HS halten sich Reviere mit besonders vielen Funden und die Einsender die Waage (je 2).

 

Die Quote der erfassten Reviere mit besonders viel Fallwild bewegt sich in einem engen Rahmen zwischen 0 (NE, SO) und 5 Prozent (KLE, BM). Aus NE, BM und GT kam nicht ein Fasan, in WES, PB und WAF machen Fehlanzeigen 93, in KLE und SO 97 und in ST 98 Prozent der Nennungen aus; Ausreißer ist wieder HS mit 80 Prozent.

 

In diesen Kreisen siehts auch mit der normalen Fasanenbejagung recht ähnlich aus – 5 (WES, BM) bis 11 Prozent der Rückmelder (PB, SO, KLE, GT, ST, WAF). HS kommt auf außerordentliche 31 Prozent, entsprechend selten wurde dort eine zeitliche Beschränkung (7) und ein vollständiger Jagdverzicht (31 Prozent) angegeben.

 

In KLE wurde demnach der Fasan pro­ zentual in doppelt so vielen Revieren normal bejagt als nebenan in WES, beim Totalverzicht liegen diese Nachbarn gleichauf. Vollständig verschont wurden Fasane besonders in BM (81), selten in ST (25) und GT (18 Prozent). Auch beim Fasan wird ein Teilverzicht primär über die bejagte Fläche realisiert (33 Prozent).

 

Die Zahl der Bejagungstage pro Saison spielt eine erheblich geringere Rolle. Beim Fasan verteilen sich 448 Nennun­ gen zu Auffälligkeiten auf acht Schlag­ worte. Unter „Geschlechterverhältnis” sind Mitteilungen wie „viele Hennen, wenig Hähne” und umgekehrt zusammen­ gefasst. Ansonsten sind die gleichen Auf­ fälligkeiten wie bei Hasen vertreten. In Bezug auf die meistgenannten (Schwund, Reproduktion) wurden Kreise mit grö­ ßerem Stichprobenumfang (KLE, WES, BM, SO, GT, PB, ST, WAF) auf regionale Besonderheiten geprüft.

Beim Schwund liegen die Daten mit 38 bis 47 Prozent meist nah am landesweiten Mittel (43), lediglich PB weicht mit 62 Prozent signifikant ab.

 

 

Fazit und Ausblick

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Fragebogen-Rücklauf – erfasste Reviere absolut (blau) und in Prozent der Gesamtzahl der Reviere je Kreis/kreisfreier Stadt (rot).

  • Wesentliche Bedeutung zur Beteiligung hatte die gebietsspezifische Mobilisierung der Jäger.
  • Die Angaben zu Fallwild, Bejagung und Auffälligkeiten unterscheiden sich im Vergleich Hase - Fasan wenig, in Nachbarkreisen mit ähnlichen Gegebenheiten mitunter er­heblich.
  • In sehr wenigen Revieren fand man beson­ders viele Fallwildhasen und ­-fasane, in etwa 10 Prozent wurde „normal“ und in etwa 40 Prozent der Reviere gar nicht gejagt. Auffällig ist bei beiden Arten zumeist ein ursächlich diffuser Schwund.
  • Die allermeisten Reviere sandten trotz voll erstatteter Gebühren überhaupt kein Fallwild an ein Veterinäruntersuchungsamt. Ursachen sollten identifi­ziert und abgebaut werden.
  • Beim Feldhasen sollte eine methodisch standardisierte Überwachung von Bestand und Reproduktion zur guten fachlichen Praxis gehören – etwa mit nächtlichen Scheinwerferzählungen im Frühjahr und Herbst und der Erfassung des Junghasen­anteils an der Strecke. Eine deutliche Ausweitung der Beteiligung von Revieren an den Monitoring­- und Dokumen­tationsaktivitäten des WILD­-Programms wird empfohlen.

 

Dr. Jürgen Eylert Gregor Klar

Forschungsstelle LJV NRW

 

 


Download

Der vollständige Artikel aus Rheinisch-Westfälischer Jäger Ausgabe 11/2017 steht Ihnen nachfolgend als kostenloser Download zur Verfügung.

RWJ 11/17 LJV-Umfrage Fasan


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