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RWJ 08/2017: Erlass zur Verringerung des Ausbreitungsrisikos Afrikanischer Schweinepest

Überläufer-Schonzeit aufgehoben

Die Schwarzwildbestände sind aufgrund günstiger Lebensbedingungen auf einem sehr hohen Niveau und müssen zur Verminderung von Wildschäden und des Risikos einer Einschleppung der ASP kurzfristig reduziert werden.

Hierzu muss Schwarzwild weiterhin ganzjährig intensiv bejagt werden. Die Jagdausübungsberechtigten, die Jagdrechtsinhaber und die zuständigen Jagdbehörden sind aufgefordert, alle jagdpraktischen und rechtlichen Möglichkeiten bei der Schwarzwildbejagung auszuschöpfen. Ich bitte hierzu die unteren Jagdbehörden, zur Beseitigung von Abschusshemmnissen, die Schonzeit für Überläufer in ihrem Zuständigkeitsbereich gemäß § 24 Absatz 2 LJG-NRW mit sofortiger Wirkung bis zum 31.3.2018 aufzuheben.

 

Die Schonzeit für Überläufer ist damit landesweit aufgehoben.

 

Eine Stellungnahme der Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadenverhütung ist nicht mehr einzuholen, da diese vorgenanntes Vorgehen ausdrücklich unterstützt. Der Landesbetrieb „Wald und Holz NRW“ wird gebeten, auf die Erhebung von Entgelten für die Bejagung von Frischlingen und Überläufer zu verzichten. Die Regelungen im Merkblatt für Jagdgäste in den Verwaltungsjagden sind entsprechend anzupassen. Die Jagdleiter in den staatlichen Regiejagden nehmen ihre Vorbildfunktion wahr.

 

Jegliche Beschränkungen der Jagdausübung auf Schwarzwild durch Gewichts- oder Altersvorgaben erschweren den erforderlichen Reduktionsabschuss und sind zu unterlassen.

 

Die Forschungsstelle legt dem MULNV bis zum 15.5.2018 einen Erfahrungsbericht bzgl. der Entwicklung der Schwarzwildbestände und der Wirksamkeit der vorstehenden Maßnahmen vor.

 

gez. Dr. Heinrich Bottermann, Staatssekretär

 

Afrikanische Schweinepest

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