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RWJ 08/2017: Nur noch 300 km bis zur deutschen Grenze …

Afrikanische Schweinepest erreicht Tschechien

Ende Juni wurde in Tschechien bei zwei Wildschweinen erstmals die Afrikanische Schweinepest nachgewiesen. Der nächstgelegene Fundort ist 400 km entfernt in der Ukraine. Der DJV bittet alle Jäger um erhöhte Aufmerksamkeit.

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Typische Organveränderungen bei ASP – durch Schädigung der Blutgefäße kommt es zu typischen, punktförmigen Einblutungen bei Darm und Niere.

Die beiden Wildschweine waren etwa 300 km südöstlich von Prag an der Afrikanischen Schweinepest (ASP) verendet – damit ist die gefürchtete Seuche nur noch rund 300 km Luftlinie von der deutschen Grenze entfernt. Wie das Virus dorthin gelangte, blieb unklar – der räumlich nächstgelegene Nachweis liegt 400 km entfernt in der Ukraine, in der dazwischenliegenden Slowakei wurde bisher kein ASPAusbruch gemeldet.

 

Die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA geht davon aus, dass sich das Virus in der Natur etwa einen Kilometer pro Monat ausbreitet. Ein besonders großes Risiko stellt die Verschleppung durch den Menschen dar. Nach Auskunft des Friedrich-Löffler-Instituts (FLI) reicht im ungünstigen Fall bereits ein achtlos weggeworfenes Wurstbrot, um das Virus auf Wild- und Hausschweine zu übertragen.

 

Reisende aus dem Baltikum, aus Russland, Weißrussland, der Ukraine, Polen und Tschechien sollten Lebensmittel, die Teile von Haus- oder Wildschweinen enthalten, nicht einführen. Auch Jagdtrophäen von Sauen aus betroffenen Regionen können ein Einschleppungsrisiko darstellen.

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Fotos: STVUA Münsterland-Emscher-Lippe

 

Der DJV appelliert an Jäger in Deutschland, in Alarmbereitschaft zu sein. „Bei Auffälligkeiten im eigenen Revier sollte man unverzüglich das Veterinäramt informieren“, appelliert DJV-Vizepräsident und Veterinär Dr. Wolfgang Bethe. „Das Virus ist hoch ansteckend und für Schweine tödlich. Daher sollten alle Restriktionen, die eine effektive und flächendeckende Schwarzwildbejagung in Deutschland unterbinden, wie etwa die Jagdruhe in Schutzgebieten, aus dem Weg geräumt werden.“ Angesichts des hohen Bestandes an Hausschweinen in Deutschland dürfe man die Seuche nicht auf die leichte Schulter nehmen.

 

Laut FLI führt die ASP-Infektion bei europäischem Schwarzwild zu sehr schweren, aber unspezifischen Allgemeinsymptomen wie Fieber, Schwäche, Fressunlust, Bewegungsstörungen und Atemproblemen. Durchfall und Blutungsneigung (Nasenbluten, blutiger Durchfall, Hautblutungen) können ebenfalls auftreten. Erkrankte Tiere zeigen mitunter eine verringerte Fluchtbereitschaft („Liegenbleiben in der Suhle“) oder andere Auffälligkeiten wie Bewegungsunlust und Desorientiertheit. Die Erkrankung betrifft alle Altersklassen und Geschlechter und führt in nahezu allen Fällen etwa innerhalb einer Woche zum Tod. Beim Aufbrechen vermeintlich gesunder Tiere sollte grundsätzlich auf vergrößerte „blutige“ Lymphknoten, eine vergrößerte Milz und feine, punkt- oder flächenförmige Blutungen in den Organen, der Haut oder Unterhaut geachtet werden. Lunge und Atemwege sind häufig mit Schaum gefüllt.

 

 


Afrikanische Schweinepest

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