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RWJ 07/2016: Nach Wildschäden nun auch Sicherheitsprobleme

Wittgensteins wilde Wisente vor dem Aus?

Nachdem eine Wisentkuh eine Wanderin bei Schmallenberg verletzte, will der Landrat des Hochsauerlandkreises die mächtigen Wildrinder im HSK nicht länger dulden – damit steht das gesamte Auswilderungsprojekt auf der Kippe.

Wisent_Bulle_Kuh

Am 22. Mai hatte eine Wisentkuh eine Wanderin mit Hund gegen eine Böschung gedrückt. Daraufhin erklärte der Landrat des Hochsauerlandkreises, Karl Schneider, die Wisente nicht mehr auf seinem Kreisgebiet zu dulden. Als letzte Lösung sieht er einen Zaun. Nachbar-Landrat Andreas Müller (Kreis Siegen-Wittgenstein) ist strikt dagegen: „Wenn wir die Tiere einzäunen, sind sie nicht mehr frei.“ Die Forderung des HSK wäre daher eine Aufforderung, das Projekt abzubrechen.

 

Bis Mitte Juli soll eine geeignete Lösung gefunden werden, die Tiere aus dem Hochsauerlandkreis fernzuhalten. Doch das versuchen Experten schon seit Monaten, nachdem Waldbauern aus Schmallenberg geklagt hatten, weil die Tiere ihre Bäume beschädigen. Weder Futterplätze, noch schönere Wiesen oder Mineral-Pellets hatten die Wisente davon abhalten können, ihr immerhin rund 4 300 ha großes Projektareal im Kreis Siegen-Wittgenstein immer wieder zu verlassen. Das mögliche Aus für das Projekt sorgt auch unter Touristikern für Diskussionen. Einige befürchten, dass Gäste ausbleiben könnten, andere sehen die Tiere als Werbeträger für die Region.

 

Der Chef des Sauerland- Tourismus bedauert das mögliche Aus – die ganze Region habe von der bundesweiten Aufmerksamkeit für das Artenschutz- Projekt profitiert. Ähnlich beurteilt man die Situation in Winterberg, wo das Interesse der Besucher an den großen Wildrindern in dieser Wander-Saison höher ist als im vergangenen Jahr.

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