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RWJ 02/2018: Ausgezeichnete Natur in Bochum-Harpen

Walderlebnisschule Bochum von UN-Dekade für Arbeit prämiert

2011-20 erklärten die Vereinten Nationen (UN) zur Dekade für die Erhaltung der natürlichen Artenvielfalt. Die Staatengemeinschaft ruft dazu auf, Projekte für die biologische Vielfalt zu gestalten. Im dazugehörigen Sonderwettbewerb Soziale Natur – Natur für alle wurde nun die Walderlebnisschule Bochum ausgezeichnet.

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LJV-Ehrenpräsident Jochen Borchert freute sich mit Werner Zalisz (Ehrenvorsitzender LN BO), Jörg Krogull (Vors. Förderverein LN BO) und Sigrid Ruß (LN NRW) über die Auszeichnung. Foto: J. Krogull/ Exlibris Publish

Aus den Händen des LJV-Ehrenpräsidenten Jochen Borchert nahm der Vorsitzende des Förderkreises Lernort Natur Bochum und Umgebung, Jörg Krogull, die Auszeichnung Mitte Dezember entgegen. Die Jagdhornbläser des HR Langendreer-Werne sorgten für einen feierlichen Rahmen. „In Harpen können Kinder unter Anleitung von Jägern in den Wald gehen. So können Jäger ihnen die Natur in der ganzen Vielfalt, inklusive Natur- und Artenschutz, sowie Umweltbewusstsein altersgerecht vermitteln“, erläutert Krogull das Projekt. Möglichkeiten gibts im Berghofer Holz genug – neben Führungen bieten die ehrenamtlich tätigen Jäger Fortbildungen für Lehrer, Referendare, Projektarbeiten für Schulklassen, Abenteuerspiele, Kochkurse mit Kräutern und Seminare zur Bestimmung essbarer Pflanzen an. U. a. wird die Walderlebnisschule dazu zweimal pro Woche von der städt. Familienbildungsstätte genutzt und ist Bestandteil im „Spürnasenpaß“ des Umweltamtes der Ruhrstadt.

 

„Wir dürfen nicht auf Kosten anderer leben“, betonte der ehemalige Bundesminister Jochen Borchert und verwies auf zentrale Ziele der UN-Dekade: Erhalt der biologischen Vielfalt, nachhaltige Nutzung der Artenvielfalt sowie ausgewogene, gerechte Aufteilung der Vorräte aus genetischer Nutzung. Die Walderlebnisschule wurde 1999 vom „Förderkreis Lernort Natur Bochum“ im ehemaligen Forstbetriebshof Nord gegründet. Mit der Zeit wurden aus den Baracken kleine Unterrichtsräume, auch ein Büro und eine Küche kamen hinzu. Durch Hilfe vieler Ehrenamtlicher können Kinder aus Schulen der Umgebung den Umgang mit Wald und seinen Pflanzen und Tieren erleben und begreifen. Mit dem Slogan „Wald statt Ritalin?“ wurden im Bochumer Nordosten viele kleine ADHS-Patienten durch den Umgang mit der Natur gefördert. Seit 2010 konnten unter Federführung des inzwischen verstorbenen Peter Vieres neue Erkenntnisse ins Tagesgeschäft mit den Kindern einfließen. Entstanden ist das Projekt in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Fachhochschule Bochum, der Cruismann-Förderschule und der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW). Zwei Jahre später konnten die Ergebnisse präsentiert und nicht nur in Bochum angewendet werden.

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