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RWJ 09/2017: Wölfe in NRW

Nutzviehalter fordern Regulierung

Auch wenn in NRW bisher nur durchziehende Wölfe bestätigt wurden, fordert der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) ein Umdenken – bis zum Abschuss.

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Foto: M. Breuer

Vor dem Hintergrund der erwarteten Ausbreitung des Wolfes auch nach Nordrhein-Westfalen hatten der WLV und der Verband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Westfalen-Lippe (VJE) ein Wolfsgutachten in Auftrag gegeben. Darin empfiehlt der Brandenburger Wildbiologe Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel eine angemessene Regulierung des Bestandes nach dem Vorbild anderer europäischer Staaten, da Wölfe in Mitteleuropa nicht gefährdet seien. Falls dies nicht geschehe, drohten sich die Konflikte für Tier und Mensch deutlich zu verschärfen.

 

Laut Prof. Pfannenstiel sind bisherige „Wolfsmanagementpläne“ nicht ausreichend – es gebe weder stichhaltige juristische noch wildbiologische oder populationsdynamische Gründe, weswegen der Wolf nicht auch in Deutschland planmäßig bejagt werden könne. Dazu sollte er in den Katalog der jagdbaren Arten aufgenommen werden. „Es geht nicht darum, den Rückkehrer Wolf aus unserer Kulturlandschaft zu verbannen. Wir wollen vielmehr einen verantwortlichen Umgang im künftigen Zusammenleben mit dem Wolf“, sagte Clemens Freiherr von Oer (Vors. VJE).

 

 

LJV: Wolf gehört nicht ins Jagdrecht

LJV-Präsident Ralph Müller-Schallenberg findet die durch das Gutachten angestoßene Debatte über den Wolf in NRW richtig und wichtig. Die LJV-Position zum Wolf sei davon unabhängig und orientiere sich zu 100 Prozent an der des DJV vom Bundesjägertag 2015. Müller-Schallenberg: „Mit Blick auf die gesellschaftliche Diskussion und die Sicherheit unserer eigenen Mitglieder ist es ausdrücklich „keine“ Forderung des Landesjagdverbandes, den Wolf ins Jagdrecht zu überführen.“ Vielmehr seien Probleme mit Wölfen ordnungsrechtlicher Art und müssten auch ordnungsrechtlich behandelt werden.


Wölfe in NRW

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