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RWJ 05/2016: Fasanenhege in der Praxis

Mehr Hähne als Beschützer?

Die Niederwild-Strecken im Jagdjahr 2014/2015 waren wohl die bisher schlechtesten der letzten 50 Jahre, die Bewertung für 2015/16 muss abgewartet werden. Doch in einem Münsterland-Revier (Kreis Steinfurt) gibt es einen Aufwärtstrend – belegbar durch exakte Zählungen im Anschluss an die Getreideernte.

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Haben Sie ähnliche Erfahrungen gemacht – dass alte Hähne „ihre“ Gesperre vor Prädatoren „bewachen“ ? Schicken Sie Ihre Beobachtungen an die RWJ-Redaktion (Kontakt s. u.). Foto: M. Breuer

Die Anzahl der Hennen mit ein, zwei und drei Küken gibt Eugen Hecking- Veltman zu denken, denn deren Anzahl ist beträchtlich. In seinem Revier im Kreis Steinfurt-Tecklenburg gibt es aber auch Gesperre mit fünf, sechs oder gar acht Jungvögeln. Hennen mit geringer Kükenanzahl wurden immer allein beobachtet – und bei guten Gesperren war immer ein alter Hahn dabei.

 

Die Entschuldigung, die immer wieder zu hören ist, lautet unisono – das Wetter. Das Wetter war im Frühsommer 2015 aber durchaus passabel, also kann es nicht daran liegen und die Zahl der guten Gesperre spricht für sich.

Rolle der Hähne

So bleibt für Revierinhaber Eugen Hecking- Veltman der entscheidende Faktor die hohe Zahl der Beutegreifer. Mit dem neuen Jagdgesetz wird es noch schwerer, gegenzusteuern. Und das Aussetzen gezüchteter Fasane würde die Aktivitäten von Fuchs und Habicht nur verstärken.

 

Nicht nur im Herbst, wenn abends die Fasanen aufbaumen, hört man die Hähne gockeln. Auch im Frühjahr und Sommer ist ihr Warnruf zu hören, wenn Katze und Fuchs unterwegs sind – kann man sich bessere Wächter vorstellen als viele alte Fasanenhähne?

 

Vielleicht hört ja die Henne auch den Warnruf der Amsel, aber Hecking-Veltman geht davon aus, dass Hahn und Henne sich besser verstehen. Im betroffenen Revier wurden in den vergangenen Jahren immer deutlich mehr Hähne übrig gelassen als in den Nachbarrevieren. Die häufig zu hörende Warnung, zu viele Hähne störten die Hennen beim Brüten, teilt der Pächter nicht, da er bei seinen Beobachtungen sogar feststellen kann, dass Hähne ihre Hennen nach dem Ausflug vom Brutgeschäft wieder in die Nähe des Geleges begleiteten.

 

Hecking-Veltmann: „Fünf bis sieben Hennen je Hahn halte ich für überholt. Ich stelle jedenfalls fest, dass ich mit ein bis drei deutlich besser fahre als viele andere, die bis heute klagen.“

 

Wie ist Ihre Meinung dazu, haben Sie ähnliche oder ganz andere Erfahrungen gemacht?
Bitte schicken Sie Ihren Diskussionsbeitrag an:

 

Redaktion RWJ
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