Seite 1

RWJ 10/2016: Projekt Hegebeauftragter für das Münsterland

Konzentrierte Hilfe fürs Niederwild

Gemeinsam mit der Stiftung Westfälische Kulturlandschaft, dem Verband der Jagdgenossenschaften und Eigen jagdbesitzer und dem Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband schuf der Landesjagdverband NRW das Projekt „Hegebeauftragter für das Münsterland“, um den Rückgang des Niederwildes zu stoppen.

hegeprojekt-flyer

Flyer zum Thema: Chance für das Niederwild.

Der Wildbestand im Münsterland nahm im letzten Jahrzehnt überdurchschnittlich ab. Die Gründe dafür sind nicht ausreichend geklärt, sicher ist jedoch, dass das Zusammenspiel verschiedener Faktoren – intensive Landwirtschaft, Anwendung neuartiger Wirkstoffgruppen im Pflanzenbau, aber auch extreme Wetterereignisse sowie die Verkleinerung der Bestände durch Prädatoren – eine entscheidende Rolle spielt. Steigende Ansprüche an die landwirtschaftlichen Erträge führen zu kürzeren Bewirtschaftungsintervallen auf den Feldern. Dadurch werden Versteckmöglichkeiten und Rückzugsräume für Wild tiere geringer. Die sinkende Artenvielfalt von Wildkräutern und Insekten schränken zudem das Nahrungsangebot ein.

 

Ziele des Projekts

 

Zusammen mit Revierpächtern und Landwirten plant der Hegebeauftragte Maßnahmen zum Schutz des Niederwildes, die die Landschaft aufwerten und die Struktur- sowie die Artenvielfalt in ausgewählten Projektrevieren erhöhen. Gemeinschaftlich gestalten alle Akteure eine niederwildfreundliche Landschaft und sichern damit langfristig einen wider standsfähigen, artenreichen Niederwildbestand. Zu den schwerpunktmäßigen Aufgaben des Hegebeauftragten zählt die Beratung bei naturschutzfachlichen Fördermaßnahmen im land- und forstwirtschaftlichen Bereich.

 

Darüber hinaus wird den Bewirtschaftern und Jägern eine Vielzahl an biotopverbessernden Maßnahmen aufgezeigt, welche in allen Bereichen des Münsterlandes auch unabhängig von land- und forstwirtschaftlichen Bereichen umgesetzt werden können. Auf niederwildfreundliche Anbauweisen in der Feldflur wird genauso hingewiesen, wie beispielsweise die Ausgestaltung von Gewässern und Waldrändern.

 

Mögliche Maßnahmen

Bei den geplanten Maßnahmen geht es in erster Linie darum, Wildtieren Rückzugsräume zu schaffen, die unabhängig von Bewirtschaftung ganzjährig zur Verfügung stehen. Ein entscheidender Punkt dabei ist, dass für Bewirtschafter kein finanzieller Nachteil durch die Bereitstellung von land- oder forstwirtschaftlichen Flächen entstehen soll.

 

Ein Schwerpunkt liegt daher bei der Vermittlung von Fördermaßnahmen im land -und forstwirtschaftlichen Bereich. Hauptsächlich gehts dabei um die Anlage von Blühstreifen- und Flächen sowie Uferrand- und Erosionsschutzstreifen im Rahmen der Agrarumweltmaßnahmen oder Vertragsnaturschutz. Diese Maßnahmen bieten nicht nur flächenmäßig Niederwild ein großes Potenzial neuer Rückzugsräume, sondern auch Landwirten viele Vorteile, da mit der Anlage solcher Streifen oder Flächen verschiedenste Anforderungen und Verpflichtungen erfüllt werden können und das sog. Greening mit der Bereitstellung ökologischer Vorrangflächen mit geringerem Flächenaufwand zu leisten ist. Ebenso können Streifen oder Flächen helfen, Ackerschläge zu begradigen und praktischer für die Bewirtschaftung zu gestalten. Ungünstige Ackerstandorte entlang von Wald, Hecken oder nassen Senken können dabei ebenso genutzt werden wie Optimalstandorte.

 

Weitere Maßnahmen, die unabhängig von der landwirtschaftlichen Fläche durchgeführt werden können, sind etwa die ökologische Aufwertung bestehender Waldränder oder Heckenkomplexe. In diesem Bereich lässt sich mit relativ wenig Aufwand ebenfalls ein großer Effekt für Niederwild erzielen. Dazu berät der Hegebeauftragte und unterstützt etwa mit der Bereitstellung von Pflanzgut. Niederwild lebt in unterschiedlichsten Strukturen. Diese Eigenschaft bestimmt das Tätigkeitsfeld des Hegebeauftragten, da potenziell alle Lebensraumstrukturen mit unterschiedlich angepassten Maßnahmen gefördert werden können. Als übergreifende Maßnahmen haben sich daraus noch die Aufwertung von Grünland durch Saumstrukturen sowie die Gestaltung und Pflege von Kleingewässern oder Gräben entwickelt. Für jeden Maßnahmenbereich kann eine Förderung durch die Bereitstellung von Saatgut, Pflanzgut oder Nisthilfen im Rahmen des jeweiligen Projektreviers durchgeführt werden.

 

So funktioniert’s

 

Sie sind interessierter Landwirt, Revierpächter oder beteiligt in einem Jagdbezirk im Münsterland und möchten aktiv Maßnahmen zur Reviergestaltung- und -aufwertung umsetzen und damit zur Stabilisierung der Niederwildbesätze beitragen? Dann machen Sie mit und stellen Ihr Revier mithilfe des „Revierinformationsbogens“ kurz vor! Ihre Vorteile:

  • Beratung zu Arten- und Biotopschutz
  • Beratung zu land- und forstwirtschaftlichen Fördermaßnahmen
  • Nutzung von Maßnahmenpaketen (in Abstimmung mit der LWK)
  • Nutzung verschiedener Förderungen (Greening-Prämie, AUM, Vertragsnaturschutz)
  • Begleitung und Betreuung von Agrarumweltmaßnahmen, Greening, Vertragsnaturschutz

Mehr zum Thema

Info-Material zum Download

 

Die folgenden Links halten für Sie weiteres Infomaterial zum Thema Niederwild bereit.

 

 

 

 

 

 


Aktiv nur für Mitglieder!

Bitte melden Sie sich an, oder werden Sie Mitglied.