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RWJ 01/2016: KJS Steinfurt-Tecklenburg

Jäger-Projekt hilft Streuobstwiesen mit alten Sorten

Auf dem Landesjägertag 2015 in Schmallenberg wurde der HR Atteln (PB) von der Wildtier- und Biotopschutz-Stiftung und dem Landesjagdverband NRW mit dem Biotophegepreis ausgezeichnet. Sechs Projekte bewarben sich darum, im Rahmen einer kleinen Serie stellen wir sie vor.

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Mit seinem Projekt leistet Harald Egbert einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung von alten Obstsorten und damit auch der biologischen Vielfalt im Raum Lengerich.

Das Projekt im HR Lengerich beinhaltet die Anlage und Pflege von zwei Streuobstwiesen am Teutoburger Wald – insgesamt vier Hektar. Dazwischen befindet sich ein etwa ein Hektar großer Buchenwald. Auf der oberen Wiese am Hermannsweg pflanzte Jäger Harald Egbert etwa 180 Hochstämme mit Obstbäumen alter Sorten an. Überwiegend sind es Apfelbäume, aber auch einige Birnen-, Kirschund Pflaumenbäume. Auf der Wiese unterhalb des Buchenwaldes hat er etwa 70 Hochstämme gepflanzt. Die einzelnen Obstsorten hat Harald Egbert in den Regionen Rheine, Osnabrück, Münster bis Bielefeld gesammelt. Einige dieser alten Sorten sind nicht mehr oder waren noch nie im Handel zu erwerben.

 

Die sorgfältig zusammengetragenen Sorten hat er in Zusammenarbeit mit dem Pomologen-Verein (Verein für Obstbaukunde/ Interessenvertretung Obstbaukunde) bestimmt. Für einige Sorten wurden Arbeitsnamen vergeben, weil bisher keine Namen dafür bekannt waren.

 

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Immer noch kommen Apfelbaumbesitzer mit Reisern und bitten Herrn Egbert, ihren Baum (dessen Sorte ihnen meist nicht bekannt ist) in die Erhaltersammlung aufzunehmen. Daher wächst die Sammlung weiter langsam. Harald Egbert hat seiner Sammlung den Namen „Patria cultura“ gegeben. Auch die Abgabe von Reisern aus seiner Sammlung wird zunehmend nachgefragt. So hat er z. B. an den NABU Münsterland Reiser abgegeben. Die oben beschriebene Streuobstanlage ist biozertifiziert und liegt am Rande eines Naturschutzgebietes.

 

Demnächst wird Harald Egbert Wildbienen- Kisten an den Streuobstwiesen aufstellen und im Herbst öffnen. Die in Röhren steckenden Kokons werden dann gesäubert und von Parasiten befreit. Mit dieser Maßnahme möchte er dem Rückgang der Wildbienenbestände entgegenwirken. Mit seinem Projekt leistet Harald Egbert einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung von alten Obstsorten und damit auch der biologischen Vielfalt im Raum Lengerich.

 

LJV NRW


Biotop-Hegepreis 2015

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