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RWJ 08/2016: Jagdliche Schießanlagen in NRW

Für eine sichere Zukunft

Der Landesjagdverband hat ein landesweites Untersuchungsprojekt angeregt, das mit Landesumweltministerium, Landesumweltamt, dem Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung NRW (AAV) und weiteren Behörden seit 2011 fachlich begleitet wird.

ljv-schießstände

Mit großem Aufwand und unter Beteiligung staatlicher Stellen wurden jagdliche Schießstände in NRW beprobt.

Dabei wurden Einträge aus dem Betrieb von Wurfscheibenanlagen landeseinheitlich untersucht und bewertet. An dem Projekt beteiligten sich 19 Untere Bodenschutzbehörden (Kreise und kreisfreie Städte), in deren Zuständigkeit entsprechende Schießanlagen fallen. Sie waren die Auftraggeber der nun vorliegenden Untersuchungen.

 

Einvernehmliches Ziel ist die landeseinheitliche Begutachtung der Situation auf einzelnen Schießanlagen, um mit allen Betreibern und Behörden einen den Umweltanforderungen entsprechenden weiteren Betrieb zu ermöglichen. Bereits in der Anfangsphase des gemeinsamen Projektes (Januar 2013) informierten die Beteiligten die Öffentlichkeit.

 

Ergebnis

 

52 Schießanlagen in NRW wurden untersucht, fünf wiesen keinerlei bodenschutzrelevanten Belastungen auf. Für die übrigen 47 müssen meist weitere Untersuchungen durchgeführt werden, um eine Gefährdung schützenswerter Güter endgültig auszuschließen oder bestehende Belastungen einzugrenzen und den weiteren Umgang damit zu planen.

 

Dazu fanden mit Beteiligung des LJV in den vergangenen Monaten Gespräche zwischen Schießstandbetreibern und den zuständigen Unteren Bodenschutzbehörden statt. Weitere notwendige Schritte wurden gemeinsam abgestimmt und eingeleitet, die Gespräche verliefen in guter konstruktiver Atmosphäre. Auch einzelne konkrete Maßnahmen auf Grundlage bisheriger Untersuchungs ergebnisse wurden bereits durch die Betreiber veranlasst.

 

Weiteres Vorgehen

 

Ziel des landesweiten Projektes ist grundsätzlich der Erhalt „aller“ Schießanlagen für einen umweltgerechten Schießbetrieb. Um die Grundlagen dafür jeweils abschließend bestimmen zu können, muss zwischen Betreibern und Behörden ein Gesamtkonzept zum zukünftigen umweltgerechten Betrieb jeder Schießanlage festgelegt werden. Basis dafür werden die Ergebnisse der ausstehenden weiteren Untersuchungen sein. In einem solchen Konzept werden alle ggf. notwendigen baulich-organisatorischen Veränderungen des jeweiligen Betriebes abgestimmt werden. Erst danach lassen sich konkrete Folgekosten für die Schießanlagen beziffern. Der LJV NRW wird das Projekt auch weiter fachlich begleiten und allen Beteiligten, besonders den Schießstandbetreibern, unterstützend zur Seite stehen.

 

Zum Hintergrund

Anfang des vergangenen Jahrzehnts gab es einen ersten Bericht an die Umweltministerkonferenz zu Auswirkungen von Schießanlagen auf den Boden. Besonders durch Schrotschüsse reichern sich Rückstände im Boden an. Früher enthielten Wurfscheiben als Bindemittel auch polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), sodass gerade alte Schießanlagen entsprechende Belastungen aufweisen können. Inzwischen nutzen in NRW alle jagdlichen Schießanlagen moderne, PAK-freie Wurfscheiben.

 

Seit 2009 befasst sich der LJV mit der Ertüchtigung jagdlicher Schießanlagen in NRW, um auch künftig zur Aus- und Fortbildung von Jägern „gesetzlich erforderliche“ Schießanlagen zur Verfügung zu stellen. Übungsanlagen werden zur Ausbildung und Prüfung von Jagdscheinanwärtern benötigt. Außerdem sind Jäger gesetzlich verpflichtet, jährliche Schießnachweise zu erbringen. Dafür sind Schießanlagen unverzichtbar. Der Betrieb dieser Ausbildungs- und Übungsanlagen wird oft mit viel ehrenamtlichem Engagement durch örtliche Jäger ermöglicht, die eine dauerhafte Absicherung eines sicherheitstechnisch einwandfreien sowie umwelt- und rechts konformen Anlagenbetrieb erwarten können.

 

Insofern und im Interesse der Betreiber hält es der LJV NRW für dringend erforderlich, Rechtssicherheit zu möglichen schädlichen Bodenverunreinigungen auf Schießanlagen zu schaffen. Der LJV begrüßt, dass gerade jagdlich organisierte Betreiber die Untersuchung umfassend unterstützen und sich teilweise ausdrück lich um Teilnahme am Projekt beworben haben. Besonders auf Wurfscheibenanlagen ist die Boden- und Grundwasserbelastung verstärkt in den Fokus getreten. Diesen Fragen gehen im Projekt fachlich versierte Gutachter mit den zuständigen Behörden nach. Alle Beteiligten begrüßen diesen kooperativen Ansatz im Sinne auch in Zukunft sicherer Schießanlagen und fördern das Projekt weiter.


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