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RWJ 05/2016: Gatter-Löwen und Frankenstein-Zuchten

DJV distanziert sich von unethischen Abschuss-Praktiken

Während der weltweit größten Reisemesse, der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin, fand die inoffizielle Deutschlandpremiere des Dokumentarfilms Blood Lions statt. Darin wird das blutige Geschäft mit der tausendfachen Zucht von Löwen in Südafrika geschildert, das bei den männlichen Tieren oft mit dem kommerziellen Abschuss hinter hohen Zäunen endet.

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Die Löwenknochen werden für medizinische Zwecke gewinnbringend nach Asien verkauft. Von den Praktiken dieser blutigen Industrie, die unter dem Begriff Jagd Geld verdient, distanziert sich nach dem südafrikanischen Jäger- und Berufsjägerverband auch der Deutsche Jagdverband (DJV) nachdrücklich: Der Abschuss eigens für diesen Zweck gezüchteter, handzahmer Löwen fügt dem Ruf nachhaltiger Jagd und verantwortungsbewusster Jäger auch hierzulande schweren Schaden zu.

 

Vor diesem Hintergrund begrüßt es der DJV außerordentlich, dass auf den Fachmessen Jagd & Hund (Dortmund) und Hohe Jagd (Salzburg) künftig solche Angebote nicht mehr vermarktet werden dürfen. Der DJV ruft seine Mitglieder auf, die Grundlagen einer waidgerechten Jagd auch im Ausland zu beachten. Dazu gehört der strenge Schutz bedrohter Arten genauso wie die nachhaltige Nutzung frei lebender Wildtiere, wo diese in ausreichender Dichte vorkommen. Der Abschuss handzahmer Löwen, die eigens dafür in gegatterten Arealen gezüchtet werden (captive bred lions), zählt ebenso wenig zu verantwortungsvoller Jagd wie der Abschuss ausschließlich durch Zucht entstandener, genetisch manipulierter Farbvarianten (artificial breeding) wie Gold-Gnus oder dreifarbiger Impalas.

 

Hintergrund: Vor allem in Südafrika werden bis zu 8.000 Löwen von Hand in Gattern aufgezogen – unter teils fragwürdigen hygienischen Umständen. Freiwillige aus Europa und Nordamerika werden unter dem Vorwand von „Naturund Artenschutzarbeit“ für die aufwendige Aufzucht der Löwen angeworben – und zahlen dafür jeweils mehrere Tausend US-Dollar. Die handzahmen männlichen Tiere werden anschließend oft gegen Geld zum Abschuss angeboten, Knochen der Löwinnen für die traditionelle Medizin nach Asien verkauft.

 

Der Global Nature Fund hat auf der ITB auf diesen Missstand hingewiesen und den gesamten Dokumentarfilm Blood Lions erstmals in Deutschland gezeigt. Sog. „Tierschutzorganisationen“ versuchen derzeit, im Zuge des Filmes die gesamte Auslandsjagd in Misskredit zu bringen. Der DJV distanziert sich ausdrücklich von den gezeigten Praktiken. Gleichzeitig befürwortet der Verband die nachhaltige Jagd. Zahlreiche Studien belegen, dass diese besonders in Afrika zum Erhalt bedrohter Arten beitragen kann.

 

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