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RWJ 05/2016: DJV ließ gängige Fanggeräte erfolgreich wissenschaftlich testen

Deutsche Fallen erfüllen internationale Tierschutz-Normen

Die gängigsten Fallen zur Jagd in Deutschland erfüllen die hohen internationalen Standards für eine humane Fangjagd (AIHTS) und sind tierschutzgerecht – so das Fazit von Wissenschaftlern, die für den DJV Lebend- und Totfanggeräte untersuchten.

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Steinmarder sind vorwiegend nachtaktive Allesfresser, die in erster Linie Mäuseartige, Hase, Kaninchen und Bodenbrüter erbeuten.

Im Fokus standen dabei Fuchs und Steinmarder, zwei häufige räuberische Säugetiere in Deutschland. Allein der Fuchs hat seit den 1970er Jahren seinen Bestand in Deutschland verdreifacht und hat wie der Steinmarder negativen Einfluss auf bedrohte Arten wie den Wiesenbrüter Kiebitz. „Fadenscheinige Argumente für ein Fallenverbot wegen mangelnden Tierschutzes sind damit endgültig entkräftet“, sagte DJV-Präsidiumsmitglied Wolfgang Heins.

Nationale Zertifizierungsstelle

Die Bundesregierung müsse jetzt zügig eine nationale Zertifizierungsstelle für Fallen einrichten, betonte Heins. Schließlich habe Europa und damit Deutschland das entsprechende AIHTS-Abkommen mit den USA, Kanada und der Russischen Föderation unterschrieben.

 

Fangjagd ist laut DJV äußerst wichtig zum Erhalt der biologischen Vielfalt: Anpassungsfähige räuberische Arten wie Fuchs und Steinmarder sind dämmerungsaktiv, was eine Bejagung mit der Waffe erschwert. Auf dem Landesjägertag in Schleswig-Holstein präsentierten Anfang April 2016 Wissenschaftler zentrale Ergebnisse des bisher unveröffentlichten Testberichts. Diesen hat der DJV an das Bundeslandwirtschaftsministerium weitergeleitet, um die Einrichtung einer offiziellen Zertifizierungsstelle zu forcieren.


Lebendfangfallen erfolgreich getestet

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Die Fuchs-Bestände haben sich seit den 1970er Jahren verdreifacht.

Auf der Halbinsel Eiderstedt (S-H) untersuchten Wissenschaftler der Tierärztlichen Hochschule Hannover in zwei Fangsaisonen 2014/15 in einem europaweit bedeutenden Schutzprojekt für Wiesenbrüter die Betonrohrwippfalle (Fuchs) und die Strack’sche Holzkastenfalle (Steinmarder) – beide Typen erfüllen die erforderlichen AIHTS-Kriterien und können zertifiziert werden. Das Gebiet eignete sich sehr gut für die Testreihe, da Fuchs und Steinmarder dort erfahrungsgemäß jeweils ein Drittel der gefangenen Raubsäuger ausmachen.

 

Das international renommierte Fur Institute of Canada hat auf DJV-Initiative das Eiabzugseisen (38 cm Bügelweite) und den Kleinen Schwanenhals (46 cm Bügelweite) getestet, beide Totfanggeräte erfüllen demnach die hohen Standards für eine humane Fangjagd.

 

In einem vom DJV beauftragten Gutachten hat das Thünen-Institut für Waldökologie in Eberswalde daraufhin bestätigt, dass diese positiven Ergebnisse auch für Steinmarder gelten.

 

Der DJV hat mit seiner Initiative und durch den Einsatz eigener Finanzmittel wichtige Impulse zum dauerhaften Erhalt der Fangjagd in Deutschland gegeben. Diese ist und bleibt ein essenzielles Instrument für Jagd und Artenschutz.

 

Weiterführende Info: Das internationale Abkommen „Agreement on International Humane Trapping Standards“ (AIHTS) widmet sich dem tierschutzgerechten Einsatz von Fanggeräten im Bereich der Jagdausübung, der wildbiologischen Forschung und der kommerziellen Nutzung von Tierbeständen. Deutschland ist als EU-Mitglied diesem Abkommen verpflichtet, das ebenfalls von den USA, Kanada und Russland unterzeichnet wurde. Es soll noch 2016 umgesetzt werden. Im AIHTSArtenkatalog ist der Steinmarder bisher nicht gelistet, eine Erweiterung durch die Vertragsparteien des Abkommens ist aber möglich. Da Steinmarder in Deutschland weit verbreitet sind und als anpassungsfähige Raubsäuger gelten, hat der DJV auch dafür Fallen nach AIHTS-Kriterien testen lassen.

 

www.jagdverband.de/search/node/AIHTS
www.spektrum.de/news/ der-fuchs-in-meinem-garten/1219114


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