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RWJ 10/2017: HR Holzhausen II (MI)

Biotope und Hecken für den Artenschutz

Willi Traue aus Friedewalde (MI) hat sich über Jahrzehnte mit der Anlage von Feuchtbiotopen und Hecken für den Umweltschutz engagiert. Seine Werk zeigt, dass ganz konkreter Naturschutz vor Ort möglich ist. Eine Besichtigungsfahrt führte die Teilnehmer zu den Projekten der vergangenen Jahre.

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Insgesamt entstanden rund um das „Storchendorf“ Friedewalde 16 Biotope – davon 11 mit Wasserflächen.

Über den Vogelschutz kam Willi Traue bereits in den 1960ern zur Jagd. Seit den 1980er-Jahren setzt sich der mittlerweile 74-Jährige – aus der Landwirtschaft stammende ehemalige Finanzbeamte – für Projekte zur Lebensraumverbesserung ein. Die erste Hecke pflanzte er vorm eigenen Haus – doch dabei sollte es nicht bleiben. Teilweise mit schwerem Gerät wurden Teiche zur Bereicherung der Biotope angelegt. Jäger beteiligten sich ebenso wie Privatleute aus dem Umkreis. Traue gab nicht nur die Initiative, sondern übernahm bei den Maßnahmen auch Planung und Vorbereitung. An den praktischen Ausführungen war er natürlich ebenfalls beteiligt.

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Für sein Engagement im Naturschutz wurde Willi Traue mehrfach ausgezeichnet.

1990 gründete sich innerhalb des Heimatvereins die Untergruppe Naturschutz unter der Leitung von Traue. Die in ihrer aktiven Zeit aus rund 25 Personen bestehende Gruppe hat in den folgenden Jahren viel erreicht: „Insgesamt wurden 130 000 Bäume bzw. Sträucher gepflanzt, 16 Biotope angelegt (davon 11 mit Teich), 7 km Hecken gepflanzt (und gepflegt!), 100 Obstbäume gepflanzt, 80 Singvögel- und 20 Schleiereulen-Nistkästen aufgehängt und betreut“, zog Traue bei einer Rundtour durch Friedewalde die Bilanz. „Es reicht aber nicht aus, Biotope anzulegen“, betonte Traue in seiner Ansprache. Diese müssten auch gepflegt werden. Dafür seien viele Hände erforderlich. Zugleich zeigte er sich stolz, dass alle Anpflanzungen im Einklang mit den Grund- und Bodenbesitzern erfolgt seien. „Das kann und darf aber auch nicht anders sein“, betonte der rüstige Rentner.


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Willi Traue (im Vordergrund) erläuterte den rund 50 Teilnehmern die jeweiligen Naturschutzmaßnahmen vor Ort.

Durch die zahlreichen Maßnahmen, zu denen auch die Pflege von Kopfweiden, das Ausmähen neu bepflanzter Flächen und die Schaffung von Nistmöglichkeiten gehören, wurde dazu beigetragen, dass Laubfrosch und Nachtigall wieder in Friedewalde heimisch wurden. Zu Prädatoren wie Waschbär und Marderhund hat Niederwildheger Traue eine klare Meinung: „Das sind Arten, die wir hier nicht brauchen.“ Für sein Engagement wurde Traue bereits mehrfach von LJV und DJV sowie mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Über seinen ehrenamtlichen Einsatz wurde Traue auch Naturschutz- Obmann im Altkreis Minden, Beirat zur Unteren Landschaftsbehörde und Fachbeirat zur Biologischen Station Nordholz. Darüber hinaus fungierte er als Hegeringleiter und Gruppenleiter der Damwildhegegemeinschaft.

 

Britta Petercord


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