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RWJ 07/2016: Sponsoring für 125 Geräte im Kreis Warendorf

Akustische Wildretter schützen Niederwild vor dem Mähtod

Unzählige Rehe, Fasane, Kitze und Hasen lassen jährlich bei landwirtschaftlichen Ernte- und Mäharbeiten ihr Leben. Da der Schutz des Niederwilds bei vielen Jägern oberste Priorität genießt, lässt die Kreisjägerschaft Warendorf nun Taten folgen:

 

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Im Bild (v. l.) Landwirt Klemens Heitmann, Dr. Mathias Quas, Heinz-Jürgen Müller, Dr. Hermann Hallermann, Landrat Dr. Olaf Gericke, Kreislandwirt Karl Werring, Kreisjagdberater Josef Roxel und Ulrich Bultmann.

In einer Gemeinschaftsaktion mit dem Landwirtschaftlichen Kreisverband, der Landwirtschaftskammer und dem Kreis Warendorf wurden jetzt 125 akustische Wildretter angeschafft, die über die Hegeringe kreisweit an Landwirte und Lohnunternehmern zu einem vergünstigten Preis von 25 Euro abgegeben werden. Dieser Sonderpreis ist nur möglich, weil der Kreis Warendorf diese Aktion mit 2 000 und die Kreisjägerschaft mit 1 150 Euro unterstützt. Die akustischen Wildretter, die nur 10 x 10 cm messen, werden vorne am Mähwerk angebracht. Ihr durchdringender Ton – der Schalldruck misst 105 Dezibel – soll helfen, Rehe, Kitze und Hasen aus der Fläche herauszudrücken und sie so vor dem Mähtod zu bewahren, erklärte Dr. Hermann Hallermann, der Vorsitzende der Kreisjägerschaft Warendorf. Für ihn ist die Maßnahme ganz klar „ein weiterer wirksamer Baustein zum Schutz des Niederwilds und der Artenvielfalt“.

 

Hallermann lobte in diesem Zusammenhang ausdrücklich die gute Kooperation zwischen allen Beteiligten und bedankte sich für deren Unterstützung. Wie Ulrich Bultmann von der Landwirtschaftskammer berichtete, würden Wildretter im Nachbarkreis Gütersloh schon vereinzelt eingesetzt und getestet, und zwar mit gutem Erfolg. „Je nach Mähzeitpunkt kann das Risiko für das Niederwild um 70 bis 80 Prozent minimiert werden“, erklärte Bultmann. Er ist überzeugt, dass der Rettungserfolg noch gesteigert werden könnte, wenn die Fläche von innen nach außen oder von nur einer Seite aus gemäht werde. Auch das Aufstellen von Flattertüten am Vorabend des Mähens sowie das vorherige Absuchen der Flächen mit Jagdhunden seien sinnvolle Maßnahmen, um das Niederwild zusätzlich zu schützen.

 

Die akustischen Wildretter, die in Versmold gefertigt werden, kommen aber nicht nur dem Niederwild zugute, sondern auch der Landwirtschaft. Wenn Niederwild vor dem Mähen aus der Fläche flieht, gelangen weniger Kadaver ins Mähund Erntegut und damit ins Futter. Dadurch wird das Botulismusrisiko für Nutztiere deutlich reduziert, nennt Bultmann einen großen Vorteil für die Landwirtschaft. „Akustische Wildretter kommen Mensch und Tier zugute“, zeigte sich Dr. Hermann Hallermann am Ende überzeugt – nun hoffen er und alle Beteiligten, dass das gute Beispiel Schule macht und möglichst viele Nachahmer findet.

 

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Nicht groß, aber wirkungsvoll. Solche akustischen Wildretter können das Risiko für Niederwild, beim Mähen getötet zu werden, um 70 bis 80 Prozent reduzieren. Die Geräte sendet einen 105 Dezibel lauten Signalton aus, der Treckergeräusche übertönt und den Tieren Gefahr signalisiert.

 


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Die Wildretter werden vorn am Mähwerk angebracht und so zum Boden ausgerichtet, dass der Schall in die noch zu schneidende Fläche geworfen wird. Bei großen Arbeitsbreiten empfiehlt sich ein zweites Gerät, das in entsprechendem Abstand ebenfalls am Mähwerk angebracht wird


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