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RWJ 06/2016: Zur aktuellen Situation des Wolfes in NRW

Wolfs-Bürokratie

NRW ist bereit zur Aufnahme des Wolfes – sagt Herr Remmel. Wenn ein Regierungsmitglied sich so präzise äußert, darf man davon ausgehen, dass alle erdenklichen Vorbereitungen für die Aufnahme des Wolfes getroffen wurden.

Briefkasten

Die Bürokratie, die in NRW stets dem Fortschritt vorauseilt, hat ihr Bestes gegeben. Eine Menge Leute, von denen man bisher noch nichts hörte (und daher auch nicht brauchte), wurden mit der staatstragenden Angelegenheit betraut und aufgewertet. Ihre Aufgaben sind klar umrissen – da gibt es zuoberst das Wolfsmanagement (erlässt Verhaltensregeln für Wölfe), das vom Wolfsbotschafter (überbringt dem Wolf die Anweisungen des Managements) tatkräftig unterstützt wird. Sollte der Wolf Schwierigkeiten mit den Vorgaben des Managements haben (eigentlich undenkbar aufgrund dort konzentrierten Fachwissens), nimmt der Wolfsbeauftragte den Unwillen und die Beschwerde des Wolfes zur Kenntnis, wobei die beiden sich per Wolfsmonitoring problemlos verabreden.

 

Die (unverständlichen) Widersetzlichkeiten des Wolfes landen direkt auf dem Schreibtisch des Wolfsexperten, der zwar nichts weiß, aber lange über Wölfe redet und somit die Entscheidungen des Wolfsmanagements profund vorbereitet. Die Sache läuft, alle sind tätig, werden gut bezahlt und sind zufrieden. Besonders mit sich selbst. Ob der Wolf sich darüber im Klaren ist, dass er mit seinem Erscheinen in NRW unserer Führung das Letzte abverlangt? Zweifel sind angebracht.

 

D. Frohning, 46485 Wesel

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