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RWJ 05/2017: Jugendsozialarbeit in Siegen

Wildwarn-Reflektoren für den guten Zweck

Wer Jugendliche in einem Sozialprojekt sinnvoll beschäftigen will, braucht immer wieder neue Aufgaben – in einer Siegener Jugendeinrichtung fertigt der Werkpädagoge und Jäger Stephan Lowag Wildwarn-Reflektoren.

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Stephan Lowag (l.) erläutert, wie man in wenigen Schritten Wildwarn­-Reflektoren zusammenbaut.

Auf dem Fischbacherberg, einem ehemaligen Schießplatz der belgischen Armee, wurde vor einigen Jahren die „Jugendwerkstatt“ angesiedelt. Dort arbeiten Ausbilder und Pädagogen mit Jugendlichen, die ohne Schulabschluss wenig Perspektiven haben – unterstützt vom kath. Jugendwerk „Förderband“, Hoppmann- Stiftung, Landkreis, Familienministerium, Jobcenter und Sparkassen-Stiftung. Die Einrichtung vermittelt dazu aktuell 13 Jugendlichen Grundlagen wie einen strukturierten Tagesablauf oder Pünktlichkeit. Das Arbeiten mit Holz und Metall sowie im Landschaftsbau fällt einigen gar nicht leicht – die konzentrierte Beschäftigung über einen längeren Zeitraum haben viele verlernt. Eine solche Berufsvorbereitung ist daher heute umso wichtiger, wenn man sich für einen Ausbildungsplatz in Industrie oder Handwerk qualifizieren will.

 

In diesem Zusammenhang überlegt Stephan Lowag immer wieder, was man mit den Jugendlichen herstellen könnte – einerseits soll die Arbeit Sinn machen, dazu sollten die Produkte brauchbar sein. So haben die Jungen und Mädchen u. a. Feuerkörbe aus alten Wäschetrommeln gefertigt und setzten auf dem umliegenden Freizeitgelände Bänke und Spielgeräte instand.

 

Angesichts hoher Fallwildzahlen in seinem von einer Schnellstraße zerschnittenen Revier überlegte Lowag, wie man Wildwarn-Reflektoren selbst herstellen könnte. Dazu tüftelte er mit einer Regenrinne, PVC-Platte und reflektierender 3 M-Folie. Dem passionierten Jäger kam der Gedanke, diese relativ einfache Konstruktion ebenfalls in der Jugendwerkstatt fertigen zu lassen. Tatsächlich stellte er fest, dass die Jugendlichen diese Arbeit in ihrem individuellen Tempo gut erledigen können und Freude daran haben. „Allzu große Stückzahlen können wir nicht fertigen, aber wir würden uns freuen, jedes Jahr ein paar Reviere in der Umgebung auszustatten“ erklärt Lowag.

 

Das Stück kostet 4 € (Kontakt: S. Lowag, Tel. 02 71/23 56 55 52), der Erlös kommt vollständig der Jugendarbeit zugute.

 

Felix Höltmann

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