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RWJ 08/2017: Gänsejagd am Campingplatz

Wenn ein Gefallen den Jagdschein gefährdet

Für ein großes Medien-Echo sorgte Mitte Juli ein Vorfall bei Lengerich (ST) im nördlichen Münsterland. Wegen extremer Verkotung seiner Liegewiesen durch Kanadagänse hatte der Betreiber eines Campingplatzes einige Jäger „um Hilfe gebeten“.

Dass die Bewohner eines genau gegenüberliegenden anderen Campingplatzes durch die abendliche Abschuss- Aktion in helle Aufregung versetzt wurden, kann man sich lebhaft vorstellen …

 

Unbenommen der laufenden polizeilichen Ermittlungen sollte es sich jeder Jäger ganz genau überlegen, im Rahmen „freundschaftlicher Hilfe“ zur Waffe zu greifen. Ganz unabhängig von der verheerenden öffentlichen Wirkung solcher Aktionen gerät man damit ganz schnell in unmittelbare Gefahr, seinen Jagdschein zu verlieren. Dabei geht es nur vordergründig um die Frage, ob man sich in einer vergleichbaren Situation wirklich einen Gefallen tut, in voller Tarnkleidung inmitten von Zelten und Wohnwagen Gänse zu erlegen. Losgelöst von dem nachvollziehbaren Ärgernis der massiven Verkotung darf man auch in bester Absicht ein vermeintliches Recht niemals in die eigene Hand nehmen. Dann lieber einmal mehr mit der Schulter zucken …

 

Matthias Kruse

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