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RWJ 07/2017: Kreis Coesfeld

Schwarzer Kapitalbock

Mitte Juni kam im westlichen Münsterland ein Bock zur Strecke, wie es ihn wohl nur alle paar Jahrzehnte einmal zu bestaunen gibt.

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Dieser wirklich außergewöhn­liche schwarze Bock kam bei einem Abendansitz Mitte Juni im westlichen Münsterland zur Strecke. Seine Schulter­montage dürfte auf der nächsten Landeshegeschau für Gesprächsstoff sorgen …

Im nordwestlichen Kreis Coesfeld gibt es relativ viel schwarzes Rehwild, die dortigen Jäger schätzen seinen Anteil auf fünf bis 10 Prozent. An einem Abend Mitte Juni kam dort ein schwarzer Kapitalbock zur Strecke, der vorher völlig unbekannt gewesen war. Ein Jagdaufseher hatte zwar etwa einen Kilometer vom Erlegungsort einen stärkeren ungeraden 10er mittleren Alters angesprochen, dieser wurde aber nie wieder gesehen. Dass der Bock sich zwischenzeitlich in einen weit entfernten Rapsschlag eingeschoben hatte, war nicht bekannt. Seit vielen Jahren wird dort beobachtet, dass schwarze Böcke (im Gegensatz zu schwarzen weiblichen Rehen) im zweiten oder dritten Lebensjahr sehr unstet werden, wenig standorttreu sind und für immer verschwinden. Ob sie mit ihrer mitunter pechschwarzen Decke von normalen Böcken als Sonderlinge verdrängt werden? Es ist dort jedenfalls wie verhext mit älteren schwarzen Böcken …

 

 

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Der Gigant wechselte auf gut 150 m rasch aus dem Raps über einen Feldweg direkt in den angrenzenden Wildacker, der mit einer bunten Mischung einen guten halben Meter zugewachsen ist – man also nur erahnen kann, wo Rehe stehen. Der Pechschwarze konnte wohl eine Viertelstunde im Anschlag liegend durchs Zielfernrohr angesprochen werden. Der Jäger wartete mit klopfendem Herzen nur auf eine Lücke, einen Trägerschuss wollte er nicht riskieren. Als schließlich Rückenlinie und Haupt frei waren, löste er den Abzug – und der Bock lag mit hohem Blattschuss im Feuer. Er wog aufgebrochen 17 kg, ist schätzungsweise vier Jahre alt, das Gehörngewicht liegt sicher zwischen 300 und 400 g.

 

Die rechte Stange ein Ende kurz über der Rose, Vordersprosse und 4er-Krone (6 Enden), linke Stange eine gegabelte Vordersprosse und eine Vereckung oben (4 Enden). Man könnte also von einem ungeraden 12er sprechen – der glückliche Erleger nennt seinen Lebensbock (in dem Falle dürfte diese sonst inflationär verwendete Formulierung treffend sein …) allerdings den „Schwarzen Schaufler“.

 

Waidmannsheil!


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