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RWJ 06/2016: Heinz Heckmann beobachtet das Frühlingstreiben

Reviergang im Frühling

An einem sonnigen Frühlingsmorgen wanderte Heinz Heckemeier durch
ansprechende Landschaften, um Flora und Fauna auf sich wirken zu lassen.

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Es zu genießen, wie die Natur sich vielfarbig anstrengt, Sträucher, Bäume, Wiesen und Äcker im satten Grün zu färben, sie war an dem Tag regelrecht zu riechen. In der Fauna geht es derweil besonders lebhaft zu, wer seinen Ohren jetzt Zugang zu den unterschiedlichen Balzstimmen verschafft, vernimmt aus voller Federnbrust trillernde Frühlingsgesänge der Vogelwelt. Darin liegt bereits die Aufregung vor den Dingen, die sich täglich intensiver entwickeln. Von diesen Naturereignissen regelrecht eingelullt, bewegte ich mich über einen ausgefahrenen Feldweg auf eine Hecke zu.

 

Ich schaute durchs Fernglas und sah Fasanenhähne, die sich balzend um einige Hennen bemühen. Ein Buntgefiederter ließ seine krächzende Stimme erklingen, begleitet von kräftigem Flügelschlag. Ja, es gibt sie noch, trotz oft besorgniserregender Meldungen von Pessimisten, die farbenfroh schillernden Hühnervögel. Um dieses Bild der Harmonie nicht zu stören, machte ich einen Umweg. An einer anderen Wiese standen Kopfweiden und Pappeln Spalier und Löwenzahn sorgte mit seinen gelben Blüten für Abwechslung. War da nicht eine Bewegung im bunten Gemisch der Weide?

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Im Fernglas kam „Meister Lampe“ in den Blick, der genüsslich am Löwenzahn knabbert, da noch ein Zweiter und Dritter. Als das Glas weiter glitt, legte mein Jägerherz eine schnellere Gangart ein, denn ein stattlicher Rehbock stand nach einer Ruhephase aus dem saftigen Gras auf. Stets die Hecke als Deckung nutzend, wendete ich mich den „Drei Kanälen“ zu. Die künstlichen Gewässer sind an der südlichen Grenze unseres Hegerings ein stets genutzter Aufenthaltsort von Wasservögeln. Vor allem Stockenten bevölkern ihn zu allen Jahreszeiten lauthals schnatternd. Im Frühling ziehen sie sich paarweise zurück und verstecken in Schilf und Binsen ihre Nester und ziehen ihre Küken groß.

 

Ich hatte Glück und konnte ein Stockentenpaar erspähen, das gemeinsam durch einen kleinen Graben paddelte. Im Westen rahmte ein Eichenbestand einen Bauernhof ein. Die großen Äste der uralten Bäume spannten sich über den Gebäudekomplex, spenden Bewohnern und Tieren Schatten, schützen vor Wind und Wetter. Es war früher bei den Hofanlagen einfach Tradition in Westfalen, unter Eichen zu wohnen. Ringeltauben, die in diesen Wochen nicht mehr so häufig zu beobachten sind, da sie sich ebenfalls dem Brutgeschäft widmeten, flogen behände hin und her, um dem Nachwuchs das nötige Futter zu verschaffen.


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Auf dem Rückweg zum Wagen am Waldrand konnte ich einen Turmfalken beobachten, der über einer Wiese rüttelte, um nach Nahrung zu spähen. Plötzlich schoss er nach unten – um kurze Zeit später wieder aufzusteigen und davon zu fliegen. Durchs Fernglas war zu erkennen, dass er erfolgreich war, denn in seinen Fängen hing eine Maus. Ich konnte wieder einmal feststellen, dass in unserer kleinen Welt Flora und Fauna noch in Ordnung sind. Hoffentlich bleibt es noch lange so.

 

Text und Gemälde: Heinz Heckemeier


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