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RWJ 02/2017: Online-Petition gegen Fuchsjagd

Oberbergische Jäger kontern Pseudo-Vorwürfe

Viele Hegeringe organisieren im Winter sog. Fuchswochen. Gegen eine solche Aktion der Hegeringe Hückeswagen und Wipperfürth (GM) wurde eine Petition gestartet – die online und in den Medien für einigen Wirbel sorgte.

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Die Unterschriftenübergabe nutzte HL Johannes Meier-Frankenfeld (r.), um Initiatorin Brita Günther (2.v.r.) über Jagd und Hege aufzuklären.

Gemeinschaftsansitze sollen v. a. in Schwarzwildregionen einen Ansporn für eine noch intensivere Bejagung des Fuchses bieten – denn häufig wird Reineke geschont, wenn Jäger auf dem Ansitz auf Sauen warten.

Brita Günther, Initiatorin der Petition mit dem martialischen Namen „Stoppt das Fuchsmassaker in Hückeswagen und Wipperfürth“ erhoffte sich, dass die Ansitzwoche durch öffentlichen Druck abgeblasen würde. Sie bezeichnete die Fuchsjagd als „Lustjagd“ und sprach vom „massenhaften Töten“ der Füchse. Dazu führt sie an, wissenschaftliche Untersuchungen hätten ergeben, dass eine Fuchsbejagung weder notwendig noch zielführend sei.

 

Tatsächlich unterzeichneten binnen weniger Tage mehrere Tausend Menschen die Petition im Internet. Unterstützung bekamen die Jäger unterdessen unerwartet vom NABU NRW. Dessen Landesvorsitzender Josef Tumbrinck erläuterte auf WDR-Nachfrage, dass die flächendeckende Bejagung des Fuchses aus Sicht des Wiesenvogelschutzes durchaus zu begrüßen sei – wenngleich diese Position im NABU nicht nur Anhänger habe. Eine Absage der Jagdwoche kam dem Hegering aber keineswegs in den Sinn, auch wenn sich die oberbergischen Jäger um Hegeringleiter Johannes Meier-Frankenfeld verletzende Kommentare, üble Beschimpfungen und substanzlose Kritik gefallen lassen mussten, bei der Jäger etwa als Mörder bezeichnet wurden.

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Fotos: J. Meier-Frankenfeld

Zur groß angekündigten Übergabe der Unterschriften an den Hegeringleiter und einer damit verbundenen „Demonstration“ war sogar der WDR angerückt – allerdings erschien dazu neben der Organisatorin lediglich 1 (in Worten ein) weiterer Tierschützer. Die Jäger zeigten Flagge und nutzten diese Gelegenheit, um sachlich über ihre Ziele und Aufgaben zu informieren.

Inzwischen veröffentlichte der Wipperfürther Hegeringleiter Hans Beinghaus einen offenen Brief zur Richtigstellung. Darin verweist er darauf, dass die Initiatorin (im Übrigen gar nicht im Oberbergischen ansässig …) durch verfälschte Darstellungen im Internet plumpe Stimmungsmache betrieben habe. So behauptete sie etwa, Füchse würden oft nur angeschossen und müssten anschließend langsam und qualvoll verenden.

 

Darüber hinaus kritisierte sie die Baujagd, die aber seit ihrem Verbot im Oberbergischen Kreis überhaupt nicht mehr ausgeübt werden dürfe. Beinghaus bedauert, dass Günther im Vorfeld nicht das Gespräch mit den Jägern gesucht hat.


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Lokale Medien und der WDR berichteten durchaus sachlich über die Petition und die Hegearbeit der oberbergischen Jäger.

Mittlerweile wurde die Petition umbenannt und an Landesumweltminister Remmel gerichtet. Er soll nun die Bejagung von Füchsen in NRW generell verbieten. Die Anzahl der Klicks steigt weiter – vom warmen Sofa aus, lässt sich solche Hetzkampagnen offenbar schnell und bequem per Mausklick unterstützen.

Einen wirklichen Beitrag zu Naturschutz und Artenvielfalt leisteten hingegen die Jäger, die bei Schnee und Kälte in den Revieren saßen – bei der Ansitzwoche kamen 13 Füchse, 11 Sauen und ein Reh zur Strecke.

 

Felix Höltmann


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