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RWJ 08/2017: HR Bad Lippspringe/Marienloh (PB)

Erste-Hilfe-Spezialkurs für Jäger auf dem neusten Stand

Rund 450 Sauen erlegten die Jäger in Bad Lippspringe/Marienloh in den letzten zwei Jahren auf 2 000 ha Feldfläche. In einem Erste-Hilfe-Kurs ging es daher schwerpunktmäßig um Sicherheitsmaßnahmen im Jagdbetrieb.

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Schwere Verletzungen durch wehrhaftes Wild sind jagdliche Realität – mit Notfallsanitäter Wolf-Florian Eckardt wurde daher ein spezieller Jäger-Kurs entwickelt und die 15 Plätze waren schnell vergeben. Zunächst wurden aus Sicht der Teilnehmer brennende Gefahren bei der Jagd abgefragt. Die Nennungen bezogen sich vorwiegend auf Stürze von Leitern, Stich- oder Schnittverletzungen bei der Wildversorgung, Geländeunfälle und Verletzungen durch Wildtiere. Hinzu kommt, dass Revierunfälle meist ohne Begleitung passieren. Der Übungsleiter begann den fünfstündigen Kurs mit Hinweisen für die beste Vorsorge zu Unfällen – der Prävention. Dazu gehören etwa knöchelschützendes Schuhwerk, intakte Ausrüstung, gut gewartete Hochsitzleitern und ganz besonders das Erkennen und Vermeiden von Gefahren. Ebenso wichtig wie ein Handy mitzuführen, sei es zu informieren, wohin man gehe und wie lange man bleiben wolle.

 

Wichtige Inhalte waren zudem Grundkenntnisse zu Notruf, Rettungsketten und der Problematik des Findens von Verletzten in Feld und Wald. Bei kleinen Verletzungen durch verrostete Zäune lernten die Teilnehmer die Bedeutung eines intakten Tetanusschutzes. Herz-Kreislauf-Probleme wurden charakterisiert und mögliche Hilfsmaßnahmen erläutert.

 

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Mit einem Tourniquet-System können Arme oder Beine ohne Hilfe einer zweiten Person abgebunden werden.

Besonders interessant wurde es bei der Versorgung stark blutender Wunden, die durch Kettensäge, Sau-Attacken oder Schussverletzungen entstehen können. Dazu wurde neuartiges Verbandsmaterial aus der Militär-Entwicklung vorgestellt: Mit einem sog. „Tourniquet-System“ können Arme oder Beine ohne Hilfe einer zweiten Person abgebunden werden.

 


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Mit einer sog. Emergency-Bandage kann man sich selbst ohne fremde Hilfe einen wirksamen Druckverband anlegen.

Die „Emergency-Bandage“ ermöglicht es, sich selbst ohne fremde Hilfe einen wirksamen Druckverband anzulegen. Nur ausgebildete Mediziner dürfen hingegen neuartige, einweisungspflichtige Verbandsstoffe verwenden, die die Blutgerinnung beschleunigen und große offene Wunden versiegeln. Zuletzt gabs noch Hinweise zu Bezugsquellen des neuartigen Materials und die eindringliche Warnung vor Internet-Schnäppchen, da im Netz billige Kopien ohne geeignete Wirkung kursieren. Das Resümee der Teilnehmer nach den Übungen war durchweg positiv.


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