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RWJ 04/2017: Leserbrief Zu WhatsApp-Jäger-Gruppen

Digitale Schüsse ins Gebüsch

Wahrscheinlich haben die meisten von uns eine WhatsApp Jagd-Gruppe. Da werden Ansitze angekündigt, Anblicke gepostet, Aufgaben verteilt und lustige Videos gepostet – nützlich und auch unterhaltsam.

Briefkasten

Kürzlich soll ein Jäger in Polen durch den Angriff gleich mehrerer Wölfe ums Leben gekommen sein. Er wäre noch im Wald seinen schweren Verletzungen erlegen. Kaum war das Ding als Ente enttarnt, kam gleich das nächste Posting, wonach gleich vier Hunde einer Wolfsattacke zum Opfer gefallen seien –mit Video und Quellenangabe. Nachdem dazu im Netz nichts zu finden war, habe ich die vermeintliche Quelle angeschrieben und dort nachgefragt.

Ergebnis: Fake – zwar hatte diese Quelle ein Video in Umlauf gebracht, der Rest der Geschichte war jedoch durch Dritte frei erfunden!

 

Ich habe schon mehrfach ähnliche Nachrichten bekommen, die sich stets als falsch herausgestellt haben. Was mich ärgert, ist die Tatsache, dass solche „Horrormeldungen“ häufig ohne jedes Hinterfragen gleich weitergeleitet werden und so in unglaublicher Geschwindigkeit Verbreitung finden. Schon komisch – in Wald, Feld und Flur gehen wir immer auf „Nummer sicher“ – keiner von uns käme auf die Idee, in ein Gebüsch zu schießen, weil der Nachbar dort was rascheln hörte … Erst nach eindeutiger Ansprache wird geschossen – und auch nur, wenn wir uns sicher sind und alles Drumherum passt. Aus meiner Sicht kommt ein Weiterleiten sog. „News“, ohne diese zu hinterfragen, einem Schuss ins Gebüsch gleich – es ist verantwortungslos.

 

Ich bin bestimmt kein Wolfsbefürworter, jedoch sollten wir alle darauf achten, aus unserer Ecke eben keine Fake-News zu verbreiten. Wenn in Zukunft wieder ein Wolf Böses getan haben soll, prüft bitte erst, ob ihr einen Beleg dafür findet, bevor diese Meldungen weiter geleitet werden.

 

J. Röckerath-Eising, 48691 Vreden

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