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RWJ 10/2017: Praktisch, preiswert, schnell gebaut

Der OWL-Drückjagdbock

Auf der Landesgartenschau überzeugen die Paderborner Jäger mit Hörnerklang, Wildbret, Hunden und Falken – ein schönes Beispiel für erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit in der Mitte der Gesellschaft.

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Im Revier sollte der Bock mit Streben stabil gesichert werden.

Wer kennt das nicht? Die erste Maisjagd steht an, die Drückjagdsaison beginnt in wenigen Wochen und man benötigt noch einige Böcke, um für alle Teilnehmer größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten. Allerdings sind die Mitpächter wieder mal beruflich stark eingespannt. So steht man oft trotz guten Willens allein auf weiter Flur. In einer vergleichbaren Situation kam Revierpächter Knipping die Idee, einen Drückjagdbock zu konstruieren, den man alleine aufbauen kann. Soviel vorab – es geht, wenn ein Frontlader mit Palettengabel oder Gabelstapler zur Verfügung steht. Für Jäger, die ein gutes Verhältnis zu „ihren“ Landwirten pflegen, sollte das keine allzu große Hürde sein. Mit etwas Übung kann man den Bock schon in etwa zwei Stunden bauen. Dem sprichwörtlich sparsamen Naturell der Ostwestfalen entsprechend plante Knipping den Bock mit günstigem Holz vom Sägewerk und möglichst wenig Verschnitt. Er empfiehlt ungehobelte Lärche aus dem Sägegatter. Da Holz in der Regel auf vier Meter Länge aus dem Forst kommt, sind Balken und Bretter in dieser Länge günstig ab Werk zu bekommen.

 

 

Für die Standfüße kürzt man vier Balken (4 m x 7 cm x 5 cm) auf 3 m. Aus den 1 m-Abschnitten werden die späteren Leitersprossen. Dazu kommen vier kleinere Hölzer (ideal ebenfalls aus Lärche) in den Maßen 4 m x 6 cm x 4 cm für Seitenverstrebungen und Sitzauflage und drei unsortierte (günstige !) 4 m-Schalungsbretter sowie eine Euro-Palette im klassischen Maß von 1,20 x 0,80 m. Gebrauchte (sog. „tauschfähige“) Paletten – laut Definition nur mit leichten Absplitterungen und Verunreinigungen – reichen für unsere Zwecke völlig aus. Man bekommt sie für etwa 10 €. Neue Paletten schlagen mit etwa 18 €, einmal gebrauchte mit etwa 15 € zu Buche. Wer keinen örtlichen Unternehmer kennt, sollte sich an Palettenwerke oder einen Palettenservice in der Umgebung wenden. Ein Netz als Sichtblende (gabs bei der Garten-Aktion eines Discounters) wurde grün gestrichen, es eignen sich aber auch klassische Tarnnetze oder Sichtblenden aus dem Tennisplatz-Bedarf. Der Gesamtpreis des sparsamen OWLTüftlers für Holz, Palette, Schrauben und Netz liegt bei etwa 50 € – vorausgesetzt, man kann alle Bestandteile günstig erwerben.

 

Der Bock ist auch ohne Palette selbsttragend, die Palette lässt sich zum Transport herausnehmen, indem man einfach die Spax-Schrauben löst. So kann der Bock in unwegsamem Gelände von zwei Männern auch über weitere Strecken bis zum Standplatz bewegt werden. Die recht schwere Euro-Palette kann man danach zum Standort tragen, ins Gestell schieben und wieder festschrauben.

 

Felix Höltmann

 

 


Die Bauanleitung steht den Mitgliedern des Landesjagdverbands NRW als kostenloser Download zur Verfügung. Bitte loggen Sie sich mit Ihrer Mitgliedsnummer und ihrem Kennwort ein.

 

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RWJ 10/2017: Bauanleitung OWL-Drückjagdbock


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