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RWJ 06/2017: HG Haardt/Haardtvorland (RE)

Damwild-Abschüsse nicht ausreichend

Auf der Jahreshauptversammlung in Marl diskutierte die Hegegemeinschaft Haardt/Haardvorland über geringe Abschusszahlen beim Damwild. Dazu referierte Wildmeister Peter Markett über effektive Sauen-Bejagung.

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Der Vorstand der Hegegemeinschaft begutachtet die gut sortierte Hegeschau – (v. l.) Eckhard Wildhagen, Jürgen Trogemann, Peter Radeler und Kersten Blaschczok.

Bei der Hegeschau anlässlich der Jahreshauptversammlung der Hegegemeinschaft Haard/Haardvorland in Marl befasste sich der Vorsitzende Eckhard Wildhagen mit der unbefriedigenden Abschussplanerfüllung. V. a. die Zahlen beim Damwild (besonders die der Hirsche) sorgten für Ratlosigkeit – von 47 freigegebenen Stücken konnten nur 37 erlegt werden, darunter nicht ein einziger Erntehirsch (mind. 10 Jahre): „Dass die Abschusserfüllung bei älteren Hirschen und beim weiblichen Wild so negativ ausfiel, ist kaum nachvollziehbar, zumal Beobachtungen und Wildkameras deren Vorhandensein bestätigten.“

 

Erlegt wurden nur zwei IIb-Hirsche (drei- bis vierjährig) und sieben Spießer. Auch bei Schmal- und Alttieren wurden die Abschussvorgaben nicht erfüllt. Damit werden diese für das neue Jagdjahr in mindestens gleicher Höhe beantragt werden. Wildhagen ermunterte die Mitglieder, Damwild-Abschüsse dem Vorstand zur besseren Erfassung zeitnah zu melden. Weiteres wichtiges Thema war die Sauenbejagung angesichts großer Schäden in der Landwirtschaft und weiter wachsender Bestände. Dazu machte Wildmeister Peter Markett (Davert-Hochwildring/ Münsterland) in einem Bildvortrag deutlich, dass v. a. der Abschuss von Frischlingen zur nachhaltigen Verringerung großer Bestände beitrage.

 

„In dieser Altersklasse läuft der Motor der Reproduktion auf Hochtouren“ erklärte er, „denn 80 Prozent der weiblichen Frischlinge – noch keine 12 Monate alt und kaum 30 kg schwer – bekommen bereits schon wieder Nachwuchs“. Auch gut organisierte Drückjagden im Herbst und Winter trügen dazu bei, große Bestände effektiv zu reduzieren. Markett warnte eindringlich vor der von Osten (PL) näher kommenden Afrikanischen Schweinepest (ASP), die nicht nur für Schwarzwild eine große Gefahr bedeute, sondern schnell auch auf Hausschweinebestände übertragen werden könne – mit unübersehbaren Folgen. Im abgelaufenen Jagdjahr betrug der Sauenabschuss der Haard-Jäger insgesamt 263 Stück (Vorjahr: 333), darunter 10 mittelalte Keiler. Hinzu kamen 282 Rehe (139 männl./143 weibl.).

 

Arno Pomplun

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