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RWJ 07/2016: Höhere Beiträge ab 2019

Blicke zurück und nach vorn

Schwerpunkte des Bundesjägertages waren neben dem Jubiläum von Lernort Natur, eine Beitragserhöhung sowie die Erarbeitung eines Entwurfspapiers zur „Grundsatzposition Jagd“.

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Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) übermittelte den Durchbruch bei den Verhandlungen in der Regierungskoalition bei der Novelle des Bundesjagdgesetzes, dankte den Jägern für die geleistete Arbeit und würdigte ihr Engagement. „Man stelle sich vor, wir müssten Ihre Leistungen staatlich erbringen“, so Schmidt, „mein Haushalt sieht das jedenfalls nicht vor.“

 

Mit großer Mehrheit beschlossen die Delegierten eine Beitragserhöhung von 12 auf 17 Euro ab 2019, um den Dachverband der Jäger in Deutschland für die Zukunft fit zu machen. „Wir müssen uns fragen, ob wir das Bild des Jägers in der Öffentlichkeit verbessern wollen, uns stärker als aktiver Naturschutzverband etablieren und auch gerichtlich alle Register ziehen wollen“, so DJV-Schatzmeister Kurt-Alexander Michael in Wolfsburg. Ein Vergleich zeige deutlich, dass dem DJV nur ein Bruchteil der personellen und finanziellen Ressourcen anderer Naturschutzverbände zur Verfügung stehe: So beträgt der Etat des NABU-Bundesverbands etwa 34,5 Mio. € (117 Mitarbeiter), BUND: 21 Mio. € (81 Mitarbeiter), der WWF verfügt über rund 66,8 Mio. € (247 Mitarbeiter). Demgegenüber weist der DJV 2015 einen Etat von 2,8 Mio. € auf – bei 15 Mitarbeitern …

 

Entwurf zur Grundsatzposition Jagd

Zur „Grundsatzposition Jagd“ wurde ein erster Entwurf diskutiert, der im Herbst in die Kreisjägerschaften eingebracht und beim Bundesjägertag 2017 endgültig verabschiedet werden soll. Diese Grundsatzposition dient der Weiterentwicklung der Standortbestimmung von 2013 mit Blick auf die Zukunft. In einem Workshop wurde das sog. „Markensteuerrad“ vorgestellt – ein Instrument, um die Kommunikation des gesamten Verbandes vom Hegering über Kreisjägerschaften, Landesjagdverbände und den Dachverband effektiver zu gestalten. Pressevertreter von DJV und LJV hatten im Vorfeld gemeinsam die Grundzüge dazu erarbeitet.

 

Der Workshop „Lernort Natur – die nächsten 25 Jahre“ widmete sich der außerschulischen Umweltbildung. Vorgestellt wurden erste Ergebnisse der deutschlandweiten Studie „Fokus Naturbildung“, die der DJV mit information.medien.agrar (ima) und der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) initiierte. Unter Leitung des zuständigen Präsidiumsmitglieds Josef Schneider erarbeiteten die Teilnehmer Perspektiven für die Lernort- Natur-Initiative und Maßnahmen für die kommenden Jahre: So soll die materielle Förderung stärker angestrebt, die Schulung der Lernort-Natur-Aktiven ausgeweitet und das Zertifikat DJV-Naturpädagoge weiterentwickelt werden. Die DJV-Position zum Luchs hatte zuvor das Präsidium verabschiedet und damit klar gemacht, dass die Jagdverbände eine natürliche Rückwanderung des Luchses in geeignete Lebensräume unterstützen. Jäger übernehmen beim notwendigen Monitoring Verantwortung, indem sie sich aktiv einbringen und Daten zuliefern wie Fotofallenbilder oder Genproben. Des Weiteren wurde der Verbandsbericht des DJV für das Jagdjahr 2015/16 vorgestellt.

 

Der DJV vertritt rund 245 000 Jäger und setzt sich als Dachverband von 15 Landesjagdverbänden und anerkannter Naturschutzvereinigung für den Schutz von Wild, Jagd und Natur ein. Die Delegiertenversammlung ist das höchste Gremium des DJV und entscheidet über Leitlinien.


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