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RWJ 06/2017: Leserbrief

„Feldzug gegen Rehe“

Zu: Forschungsstelle, RWJ 05/2017

 

Viele Rehjäger teilen nicht den Optimismus, wonach ohne Abschussplan die Freiheit und Eigenverantwortung der Jäger und Grundeigentümer zur langfristigen Akzeptanz der Jagd in der Gesellschaft gestärkt wird.

Briefkasten

Nicht nur anspruchsvolle Jäger, sondern auch die Öffentlichkeit verliert die Zustimmung, wenn jagdliche Großaufgebote von Jagdevent zu Jagdevent reisen und bisherige Abschusspläne um 200 Prozent überschreiten, weil man (so die Ansage vor einer Jagd) „bei Rehen nichts falsch machen kann, außer man schießt sie vorbei …“

 

Nicht nur die Tierschutzorganisation PETA und Tageszeitungen nehmen sich der „neuen“ Rehjagd an, sondern auch Jäger – Revierinhaber erstatten Anzeige wegen eines Feldzuges gegen das Rehwild. Bedenklichkeit müsste aufkommen bei einem Durchschnittsalter der Gesamtstrecke von 1,5 bis 2 Jahren – bei einer Wildart, die 10 Jahre alt werden kann. So trifft man bei Gehörnschauen mehr „alte Böcke“ im Saal als an der Wand … Die Jagd ist ein hohes Kulturgut, das in Literatur, Musik und Malerei seinen Niederschlag gefunden hat.

 

Wie aber derzeit v. a. im Staatswald mit Reh- und Rotwild umgegangen wird, ist einer Kulturnation unwürdig – wie sagte der ehemalige Landesjägermeister von Baden- Württemberg, Dr. Dieter Deuschle: „Wenn unter Jagd nur noch der Abschuss allen erreichbaren Wildes verstanden wird, und die Fähigkeit, lebende Ziele zu treffen, für die Jagd ausreicht, rückt diese Tätigkeit in bedenkliche Nähe zur Schädlingsbekämpfung.“

 

WM D. Bertram, 53894 Mechernich

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