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RWJ 08/2016: Jagdgebrauchshundewesen

Brauchbarkeit & Co. in NRW – Vorbereitung ist alles!

Aktuelle Themen rund um Jagdhunde in NRW fassen wir kurz vor Beginn der Prüfungssaison 2016 zusammen.

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Auch diese beiden Racker erwarten gespannt den Beginn der Stöberjagden. Foto: H. Junge

Jetzt noch das Sommerloch überstehen, mag sich mancher denken – und dann ist sie da, die Zeit der herbstlichen Jagden, des gemeinsamen Erlebens und Beutemachens, des hellen Hundelauts im herbstlichen Wald oder des gespannten Vorstehens, bis der Hahn hochgeht … Aber auch diese Zeit kann man genießen – mit der Ausbildung unserer Jagdhunde und ihrer Vorbereitung auf die entsprechenden Prüfungen! Diese stehen bald an und die meisten Hundeführer werden schon „gemeldet“ haben, auch Richter haben ihre Einladung für die Brauchbarkeitsprüfungen in NRW bereits erhalten. Dann gehts plötzlich ganz schnell und alle Beteiligten treffen sich mit unterschiedlichen Gefühlen am morgendlichen Sammelplatz.

 

Spätestens zu diesem Zeitpunkt sollte jeder noch einmal einen Blick in die Prüfungsordnung geworfen haben. So können bei Richtern wie Hundeführern kleinere Unsicherheiten beseitigt und Fragen bereits im Vorfeld geklärt werden. Die Richtersitzung dient dann der Endabstimmung und klärt organisatorische Fragen, Diskussionen in Feld und Wald können so verhindert werden. Wer noch keine Prüfungsordnung hat – unter www.ljv-nrw.de ist sie in der Rubrik „Die Jagd“ kostenlos erhältlich oder kann im LJV-Shop als gebundenes Exemplar im Hosentaschenformat bezogen werden. Gut vorbereitet wünschen wir allen viel Erfolg bei den bevorstehenden Prüfungen.

Brauchbarkeitsprüfungen 2015 – Rückblick

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Brauchbare Jagdhunde für die Nachsuche auf Niederwild müssen auch den sicheren Apport nachweisen. Foto: T. Reeder

Im Herbst 2015 traten zwischen Rhein und Weser 1 232 Hunde an, um mit dem erfolgreichen Abschluss einer Brauchbarkeitsprüfung ihre Eignung für den Jagdbetrieb nachzuweisen. Von 254 bestanden 200 die Prüfung „Nachsuche auf Niederwild“. Der Prüfung im Bereich der „Schweißarbeit“ stellten sich 484 Hunde, davon bestanden 431. Im Arbeitsgebiet „Stöbern“ legten 20 der insgesamt 27 angetretenen Hunde eine erfolgreiche Prüfung ab. 465 legten Zusatzprüfungen im Arbeitsgebiet „Nachsuche auf Niederwild“ ab, davon 447 erfolgreich. Außerdem legten zwei Hunde erfolgreiche Zusatzprüfungen für die Schweißarbeit ab. Allen erfolgreichen Prüfungsgespannen, die mittlerweile sicher schon viele prägende Jagdtage miteinander verleben konnten, noch einmal ein herzliches Waidmannsheil !

 


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Immer noch keine bundeseinheitliche Brauchbarkeit

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Bei Fragen hilft oft schon ein genauer Blick in die Prüfungs­ordnung.

Wer nun die Brauchbarkeitsprüfung erfolgreich bestanden hat, mag sich fragen, ob diese auch in anderen Bundesländern als Nachweis der gesetzlich geforderten Eignung des Jagdhundes ausreicht. Dazu wünschen sich Jäger in ganz Deutschland eine einheitliche Brauchbarkeitsprüfungsordnung. DJV, JGHV und die Landesjagdverbände setzen sich dafür ein. Gemeinsam arbeitet man weiter auf dieses Ziel hin, was aber durch diverse individuelle Landesregelungen enorm erschwert wird. Es bleibt bisher also nur, sich in dem jeweiligen Bundesland individuell zu informieren, wobei unsere „NRW-Brauchbarkeit“ von den meisten Bundesländern anerkannt werden sollte. In NRW werden jedenfalls gleichwertige Brauchbarkeitsprüfungen anderer Bundesländer anerkannt.


Quo vadis Schwarzwildgatter?

Der LJV befürwortete die Einrichtung von Schwarzwildgattern in NRW von Beginn an und stieß diese bereits 2009 an. Um Rheinland und Westfalen mit solchen Ausbildungseinrichtungen für Jagdhunde auszustatten, wurde zunächst ein Standort in Lippstadt ausgewählt. Es folgten weitere Untersuchungen der Genehmigungsfähigkeit dort (aber auch generell) und entsprechende Genehmigungen wurden beantragt.

 

So konnten hinsichtlich der generellen Genehmigungsfähigkeit und dem notwendigen Genehmigungsverfahren von Schwarzwildgattern in NRW wichtige Grundlagen erarbeitet werden, die der LJV jederzeit in entsprechende Projekte einbringen kann. Das weitere Vorgehen wurde mit Blick auf die Novellierung des Landesjagd gesetzes und die Aussage des Ministers, Jagdhundeausbildung an lebenden Tieren generell verbieten zu wollen, einvernehmlich gestoppt.

 

Nach Verabschiedung des Landesjagdgesetzes 2015 nahm der LJV die Planung wieder auf. Nachdem auf Anraten der „Kompetenzgruppe Schwarzwildgatter“ noch einmal ein Standort neuester Konzeption besichtigt worden war, überprüfte man die Planungen zu Errichtung und Betrieb des geplanten Gatters in Lippstadt noch einmal kritisch. Nach intensiver Diskussion mit Vertretern des Jagdgebrauchshundewesens in NRW im Rahmen der „Jagd & Hund“ wurde abschließend die gutachterliche Stellungnahme von Prof. Wunderlich, Vorsitzender der Kompetenzgruppe Schwarzwildgatter, eingeholt. Nach dessen positiver Bewertung für den Lippstädter Standort folgten umgehend Gespräche mit der örtlichen Kreisjägerschaft sowie ortsansässigen Institutionen und Interessengruppen, um die Möglichkeiten einer auch von der Kompetenzgruppe Schwarzwildgatter empfohlenen örtlichen Betreiberschaft zu sondieren. Im Rahmen der bisherigen Projektierung erteilte Genehmigungen und erarbeitete Planungsgrundlagen werden dieser durch den LJV vollumfänglich zur Verfügung gestellt.

 

Mit der örtlichen Kreisjägerschaft befindet sich der LJV weiter in konstruktiven Gesprächen, um auf dieser Basis die Errichtung des Lippstädter Schwarzwildgatters schnellstmöglich voranzubringen. Über den Fortgang werden wir weiter berichten.


Übungs- und Prüfungsgewässer

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Für beste Ausbildungs- und Prüfungserfolge im Wasser müssen bei der Deckung Qualität und Quantität stimmen.

Die erfolgreiche Einarbeitung und Prüfung von Jagdhunden zur Vorbereitung auf die Wasserjagd ist maßgeblich abhängig von der Qualität dafür zur Verfügung stehender Gewässer. Daher hat der LJV bereits Ende 2015 bei Kreisjägerschaften sowie Prüfungs- und Zuchtvereinen des JGHV in NRW den Bedarf zur Ertüchtigung vorhandener Gewässer abgefragt. Gerne berät der LJV in diesem Zusammenhang etwa bei Planung und Durchführung von Gehölzrückschnitten oder Bagger- und Pflanzarbeiten. Bei „Anträgen auf finanzielle Förderung“ solcher Maßnahmen berät und unterstützt der LJV ebenfalls. Erste Projekte zwischen Höxter und Heinsberg wurden bereits in diesem Frühjahr gemeinsam angestoßen.

 

LJV NRW


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