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RWJ 03/2017: Werkstattgespräch Jagd der CDU-Landtagsfraktion

Jäger diskutieren Zukunft der Jagd im Landtag

Über 200 Jäger waren der Einladung der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Christina Schulze-Föcking gefolgt, um mit Vertretern der nordrhein-westfälischen CDU in Düsseldorf über die drängendsten Themen der Jagd zu diskutieren. Besonders aufschlussreich war der Vortrag von Helmut Dammann-Tamke, dem Präsidenten der Landesjägerschaft Niedersachsen, über die Ausbreitung des Wolfes in unserem nördlichen Nachbarland.

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Die Abgeordnete Christina Schulze-Föcking (Mitte) hatte alle Hegeringsleiter in NRW zur Diskussion mit Helmut Dammann-Tamke (l.) nach Düsseldorf eingeladen. Foto: CDU-Landtags­fraktion NRW

Der CDU-Fraktionssitzungssaal im Düsseldorfer Landtag war bis auf den letzten Platz besetzt. Zahlreiche interessierte Jäger folgten im Stehen den Ausführungen der Abgeordneten Christina Schulze-Föcking und Rainer Deppe sowie des niedersächsischen Jägerpräsidenten Helmut Dammann-Tamke. Er erläuterte, mit welcher Dynamik sich der Wolf innerhalb weniger Jahre von Sachsen immer weiter nach Westen verbreitet habe. Auf den Truppenübungsplätzen in der Lüneburger Heide bildeten sie erste „Brückenköpfe“. Dort fanden die Wolfsrudel beste Bedingungen und vermehrten sich rasch. Die Jungtiere eroberten sich eigene Reviere. Da Fraßangebot und Klima sehr vorteilhaft sind, kann man von einem nahezu expondentiellen Anwachsen der Population sprechen. Das zeigt, welche Entwicklung in den nächsten Jahren auf NRW zukommt.

 

Anfangs ging man in Niedersachsen noch davon aus, dass der Wolf große, zusammenhängende Waldgebiete brauche. Doch vermehrte Risse von Nutztieren – unter anderem von Kälbern, Färsen und sogar Kühen – in der nahezu waldlosen Region zwischen Bremen und Hamburg belehrte die niedersächsischen Jäger und Landwirte eines Besseren. Diese Risse zeigen, dass der Wolf in Regionen mit hoher Viehdichte und Weidehaltung große Schäden anrichten kann. „Bisher hat er noch alle Zäune überwunden und Beute gemacht“, so Dammann-Tamke. Selbst die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, die den Grünen nahesteht, gab laut Dammann-Tamke zu bedenken, dass eine Vereinbarkeit von Weidehaltung und Wolfsvorkommen kaum möglich und mit großen Problemen für die Landwirte und ihr Vieh verbunden sei.

 

Als sich der Wolf nach Niederachsen ausbreitete, übernahmen die dortigen Jäger das Monitoring, also die flächendeckende Beobachtung und Dokumentation der Vorkommen. Auf diesem Wege konnten wichtige Erkenntnisse über Lebensweise, Beute und Kontakt zu Menschen getroffen werden. Es stellte sich heraus, dass sich einzelne Wölfe immer wieder Höfen und Siedlungen näherten, was zur Beunruhigung der Bevölkerung führte. Höhepunkt der Entwicklung war der notwendige Abschuss des Wolfes MT 6. Allen Spekulationen, die in Niedersachsen lebenden Wölfe seien ausgewildert, erteilte Dammann-Tamke eine Absage, da es dafür keinerlei Beweise gäbe.

 

In der Diskussion hatten Schulze-Föcking und Deppe betont, dass sie grundsätzlich an der Seite der Jäger stünden, und die Jagdgesetzgebung von SPD und Grünen nach einem Wahlsieg rückgängig machen würden. NRW-Jägerpräsident Ralph Müller-Schallenberg bedankte sich bei den Abgeordneten für ihren Einsatz, machte aber ebenso deutlich, dass sich auch eine Landesregierung unter Beteiligung der CDU an ihren Versprechen gegenüber der Jägerschaft werde messen lassen müssen.

 

Felix Höltmann

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