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RWJ 04/2016: Jagdliches Schießen

Die Kurzwaffe im Wettkampf

Am jagdsportlichen Schießen beteiligen sich in NRW viele Schützen aktiv. Ein wenig als „Mauerblümchen“ steht oft das Kurzwaffenschießen da. Die teilweise geringen Teilneh- merzahlen können neben regionalen und spezifischen Gründen auch an fehlender Kenntnis über die Voraussetzungen oder den Ablauf liegen – hier will der RWJ ein wenig aufklären.

kw-schiessen

Gebrauchte Pistolen zum jagdsportlichen Schießen im Kaliber .22 lfB sind auf dem Markt günstig zu bekommen. Foto: N. Klups

Kurzwaffen sind für Jäger erlaubtes Handwerkszeug und auch in vielen Waffenschränken vorhanden – was spricht dagegen, damit nicht nur gelegentlich zu üben, sondern sie auch beim Wettkampf einzusetzen? Es macht Spaß und man kann die Zeit bis zur Siegerehrung sinnvoll füllen! Dazu ist die Ausrüstung relativ einfach – und man kommt meist schnell zu Erfolgen. Letztlich ist der Spaß auch noch relativ preiswert.

Die Ausrüstung besteht aus der Waffe (mit Transportkoffer), einem passenden Holster mit Gürtel, einer Jacke für das Fertigkeitsschießen und Munition – das war’s schon. Zwar kann man mit jeder vorhandenen Kurzwaffe in jedem Kaliber schießen, wenn man aber an eine spezielle Wettkampf-Waffe im Kaliber .22lfB denkt, gibt es am Markt gute gebrauchte und auch einige Neuwaffentypen zu passablen Preisen.

Als Holster reicht ein passendes Standardmodell. Als Jacke (Westen lässt die Schießvorschrift nicht zu) taugt schon eine abgelegte Jagdjacke, die man in Gürtelhöhe mit einem einfachen Verschluss versieht – ideal ein Druckknopf oder Klettverschluss.

Der Wettkampf besteht aus vier Durchgängen je fünf Schuss.

1. Zeitschießen: Die Waffe ist mit fünf Schuss geladen und gespannt und wird im 45°-Winkel zum Boden gehalten.

Nach sieben Sek. Wartezeit erscheint die Scheibe für drei Sek. für einen Schuss.

Das Ganze wiederholt sich viermal.

2./3. Fertigkeitsschießen: Die Waffe ist unter- (1 Schuss im Magazin) oder geladen (Hahn entspannt) und steckt im Holster. Die Jacke ist in Gürtelhöhe an einem Punkt geschlossen. Nach dem Kommando der Aufsicht vergehen drei Sekunden, dann erscheint die Scheibe für vier Sek..

Jetzt wird die Waffe aus dem Holster gezogen, geladen oder gespannt und der Schuss abgege- ben. Diese Übung wird einmal wiederholt (insg. 2 mal 5 Schuss).

4. Schnellfeuer: Vorbereitung wie im 1. Durchgang, die Schei- be ist für 5 Schuss 8 Sek. sichtbar.

Üben kann man KW-Schießen auf bekannten Schießständen mit KW-Stand, die z. T. auch regelmäßige Übungstermine anbieten. Dazu hilft eine Nachfrage bei der Kreisjägerschaft weiter. Außerdem verfügen viele Schützen- oder Schießsportvereine über Kurzwaffenstände. Wer da nachfragt, kann auch schon mal am Training teilnehmen, wenn man sich ein bisschen anpasst. Möglicherweise können dort auch erst einmal Übungswaffen zur Verfügung gestellt werden. Anpassen deshalb, weil unsere Disziplin „Fertigkeitsschießen“ bei Sportpistolenschützen nicht so beliebt ist. Oder weil wir auf Scheiben schießen, die bei Sportschützen nicht genutzt werden. Es kommt aber auch im Training nicht unbedingt darauf an, möglichst jede Disziplin immer so zu schießen, wie sie im Wettkampf geschossen wird. Der LJV bietet zukünftig auch entsprechende Seminare für interessierte Schützen an.

Zur „Belohnung“ gibts wie mit der Langwaffe Leistungsnadeln, wobei man beim KW- Schießen mit etwas Übung gut die Leistungsstufe „Gold“ erreicht. Andererseits gibts auf Meisterschaften immer eine extra KW-Wertung, in der man sich platzieren kann.

Außerdem setzt der LJV für 2016 einen besonderen Anreiz, um das KW-Schießen verstärkt zu fördern – bei der Landesmeisterschaft werden zahlreiche Sonderpreise unter all jenen ausgelost, die 2016 mit der Kurzwaffe an Wettkämpfen auf Bezirks-/Landesebene teilgenommen haben. Dabei gibt es über 50 Preise im Gesamtwert von rund 2000€ – es zählt jede Teilnahme, wer öfter geschossen hat, erhöht also seine Chance !

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