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RWJ 12/2017: Editorial

Jagdwende schreitet weiter voran

Die Wende der Jagdpolitik kommt Schritt für Schritt voran. Bei der Fuchsjagd oder dem Einsatz von Schalldämpfern sieht man bereits, dass sich jagdpolitisch in Nordrhein-Westfalen die Dinge von ideologischer Besserwisserei wieder zur praktischen Vernunft wenden. So sind Schalldämpfer für schalenwildtaugliche Jagdgewehre ab sofort in NRW erlaubt. Der entsprechende Erlass des Innenministeriums an die Waffenbehörden findet unsere volle Unterstützung.

Das Foto zeigt Ralph Müller-Schallenberg - Präsident des Landesjagdverbandes Nordrhein-Westfalen.

Ralph Müller-Schallenberg, Präsident des Landesjagdverbandes NRW.

Damit wird eine alte LJV-Forderung erfüllt und die jagdpolitische Wende im Land geht weiter. Innenminister Herbert Reul und Landwirtschaftsministerin Christina Schulze Föcking hatten am 6. November mitgeteilt, dass mit der Entscheidung das Gehör von Jägern und Jagdhunden geschützt werden soll. In anderen Bundesländern gilt diese Regelung bereits. Mit Schalldämpfern wird der Schussknall um etwa 20 bis 30 Dezibel reduziert, bleibt aber deutlich hörbar. Für das Gehör der Jäger und ihrer Hunde bedeutet der Erlass nun auch in NRW praktizierten Arbeits- und Tierschutz. Die Sicherheit anderer wird durch den Einsatz von Schalldämpfern bei der Jagdausübung aber nicht gefährdet. Denn auch für sie bleibt der Knall, anders als in vielen Filmen dargestellt, auf weite Entfernung gut zu hören. Wer das nicht will oder kann, muss auch zukünftig diese Technik nicht einsetzen, und nicht für jeden Waffentyp stehen Schalldämpfer zur Verfügung. Die jagdpolitische Wende wird auch bei der Fuchsjagd bereits ein Stück Wirklichkeit, bevor die von der neuen Landesregierung angekündigten und notwendigen gesetzlichen Regelungen nach den erforderlichen Beratungen durch den Landtag insgesamt verabschiedet werden können. Das für die Jagd zuständige Umweltministerium hat in einer dienstlichen Mitteilung an die Unteren Jagdbehörden Mitte Oktober die Jagd auf Füchse im Kunstbau auf ganz NRW ausgeweitet. Das Jagdrecht in NRW wird wieder vom Kopf auf die Füße gestellt. Die Gespräche mit der Landesregierung und den sie tragenden Landtagsfraktionen von CDU und FDP sind „klimapolitisch“ ziemlich anders als mit der Vorgängerregierung, es herrschen bessere „Wetterverhältnisse“ für Jagd und Jäger. Dass dabei nicht alles von heute auf morgen geregelt werden kann, versteht sich nicht nur aufgrund der geordneten Verfahrensabläufe. Schließlich brauchen wir eine gründliche, aber keine Totalrevision. Wir legen selber größten Wert darauf, eine solide Jagdpolitik und ein modernes Landesjagdgesetz zu bekommen. Es ist keine wirkliche Zeitenwende, die Uhr einfach nur zurückzudrehen. 2017 ist für Jagd und Jäger in NRW ein Jahr neuer und besserer Perspektiven. Das verdanken wir dem Umstand, dass wir entschlossen Poahl gehalten haben (also standhaft geblieben sind), wie die Westfalen sagen.

 

Allen Beteiligten – es waren Tausende ! – danke ich dafür ganz herzlich. Diesen Dank sollten wir auch handfest abstatten, gerade zur Advents- und Weihnachtszeit sind viele in Geberlaune – denken Sie dabei bitte an unsere Wildtier- und Biotopschutz-Stiftung NRW (Volksbank Ruhr Mitte, IBAN: DE04 4226 0001 0172 2700 00, www.wibischu.de).

 

Ihnen und Ihren Angehörigen wünsche ich frohe Weihnachten, Glück und Segen für das kommende Jahr und stets ein kräftiges Waidmannsheil !

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