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RWJ 01/2017: Jäger, Bauern und Schafhalter

Wolfs-Dialog mit NABU

Wie kann ein möglichst konfliktfreies Zusammenleben von Mensch, Wolf und Nutztier in Deutschland funktionieren? Deutscher Bauernverband, DJV und Schafzuchtverbände trafen sich Anfang Dezember mit dem NABU, um darüber zu diskutieren.

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Bereits im Vorfeld haben die drei Verbände illegale Abschüsse strikt abgelehnt. Die drei Nutzerverbände unterstrichen ihre Bereitschaft zum konstruktiven Dialog, im ersten Schritt müsse der NABU jedoch bestehende und sich anbahnende Zielkonflikte anerkennen, sonst könne es keine praxisrelevanten Lösungen geben. Zur Vorbereitung des Verbändegesprächs hatten DBV, DJV und VDL einen Fragenkatalog entwickelt, um auf Zielkonflikte aufmerksam zu machen. Großflächige, extensive Beweidung etwa ist ein wichtiges Instrument, um seltene Biotope in Deutschland vor Verbuschung zu schützen.

 

Dr. Elsa Nickel aus dem Bundesumweltministerium untermauerte dies auf der NABU­Wolfstagung im September 2015: „Naturschutz ist ohne Wanderschäferei nicht denkbar.“ Gleichzeitig ist jedoch eine wolfssichere Umzäunung der Naturschutzgebiete nahezu unmöglich. Das gilt ebenso für von Schafen beweidete Deiche und eine Weidehaltung von Nutztieren generell. Um etwa im Landkreis Cuxhaven nach den jüngsten Übergriffen auf Rinder in einem 50 km­Radius Grünland wolfssicher zu machen, müssten 180 000 ha gezäunt werden – ein finanzieller Aufwand von etwa 268 Mio. € ! Die drohende Verdrahtung der Landschaft schafft zudem Barrieren für viele Tierarten und verhindert den genetischen Austausch.

 

Dies würde dem Bundesprogramm Wiedervernetzung komplett widersprechen, für das DJV, NABU und weitere Naturschutzverbände jahrelang gekämpft haben: Wissenschaftler haben im Vorfeld über 30 000 Konflikt stellen mit dem Straßennetz ermittelt, die entschärft werden müssen. Bauern, Jäger und Schäfer wiesen zudem darauf hin, dass „Vergrämung“ für verhaltensauffällige Wölfe zwar immer als Lösung genannt werde, eine praktische Umsetzung aber bisher nicht funktioniert. Sollten Wölfe durch bewusste oder zufällige Fütterung in die Nähe des Menschen gelockt werden, bestehe das Risiko, dass sie zu Kulturfolgern werden. Dies gelte es, unbedingt zu vermeiden.

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