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RWJ 09/2017: Jäger-Forderung zum Internationalen Tag der Katze

Paderborner Modell zur Kastration bundesweit umsetzen!

Ausgesetzte Haustiere richten in der Tierwelt oft erheblichen Schaden unter Singvögeln und Kleinsäugern an. Der DJV appelliert an das Verantwortungsbewusstsein von Haustierhaltern.

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Verwilderte Katzen fangen keineswegs nur Mäuse. Auch zahlreiche Singvögel und kleine Säugetiere fallen ihnen zum Opfer. Deshalb fordert der DJV eine Kastrationspflicht.

Etwa zwei Millionen streunende, besitzerlose Katzen gibt es in Deutschland nach Angaben von Tierschutzverbänden. In der Urlaubszeit landen besonders viele Haustiere auf der Straße – und müssen ab dann oft unter erbärmlichen und tierschutzwidrigen Umständen in freier Wildbahn ihr Leben fristen.

 

Der DJV betont, dass nicht nur die Haustiere selbst leiden, sondern auch die heimische Tierwelt. Nach Hochrechnungen auf Basis mehrerer Studien fallen verwilderten Hauskatzen in Deutschland mindestens 14 Mio. Singvögel zum Opfer. Diese machen nur ein Viertel der Beute aus, hinzu kommen 70 Prozent kleine Säuger und zahlreiche Reptilien. Der DJV fordert aus Tier- und Artenschutzgründen eine bundesweite Meldeund Kastrationspflicht für Hauskatzen nach dem Vorbild des Paderborner Modells („alle Freigänger ab dem 5. Lebensmonat müssen kastriert werden, wer regelmäßig Katzen füttert, muss für deren Kastration sorgen, die durch entprechende Kennzeichnung nachvollzogen und geprüft wird“), um die unkontrollierte Fortpflanzung von Freigängern mit verwilderten Artgenossen zu verhindern. Der Nachwuchs wird meist unentdeckt großgezogen, die Hauskatzen verwildern.

 

Katzen paaren sich durchschnittlich zweimal im Jahr. Es überleben pro Wurf etwa drei Junge, so resultieren aus einem einzigen Pärchen in sieben Jahren etwa 420 000 Nachkommen (lineares Modell). Tierhalter verstoßen gegen das geltende Tierschutzrecht, wenn sie ihre „Schützlinge“ einfach aussetzen.

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