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RWJ 05/2017: Wildtierfreundlichere Straßen

Neues Tierfundkataster

Das Tierfund-Kataster ermöglicht erstmals eine bundesweit einheitliche Erhebung von Wildunfällen sowie anderen Totfunden. Alle Verkehrsteilnehmer sind aufgerufen, verunfallte Wildtiere zu melden. Wissenschaftler werten die Datensätze an der Universität Kiel aus.

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Mit dem vom DJV Ende März vorgestellen Kataster lassen sich Wildunfälle innerhalb weniger Minuten erfassen - vor Ort über die kostenfreie Smartphone- App (Android und iOS) oder im Internet (www.tierfund-kataster.de). Der aktuelle Standort wird bei der App automatisch erfasst und relevante Daten wie Datum oder Wildart werden abgefragt. Nutzer können ein Foto des Tieres einstellen und helfen damit Experten bei der Artbestimmung. Eine Speicherung der Daten auf dem Smartphone ist auch ohne Internetverbindung möglich. Wissenschaftler der Uni Kiel prüfen die Daten, werten sie aus und ermitteln Wildunfall-Schwerpunkte. Die Straßenbehörden können diese Daten schließlich nutzen, um Konfliktstellen zu entschärfen. Werden Verkehrswege wildtierfreundlicher gestaltet, bedeutet dies ein Plus an Tierschutz sowie weniger Personen- und Sachschäden.

 

Rund 1 300 Verkehrsteilnehmer haben sich im vergangenen Jahr für den Online- Dienst angemeldet und knapp 2 300 Tierfunde gemeldet. Die am häufigsten gefundene Wildart sind Rehe, dicht gefolgt von Fuchs und Dachs. Insgesamt umfasst das Kataster zwischenzeitlich mehr als 35 000 Datensätze von Unfällen. Rund 228 600 Kollisionen mit Hirsch, Reh und Wildschwein gab es laut DJV-Statistik im vergangenen Jahr. Die Polizei erfasst davon lediglich 10 Prozent – Unfälle mit Personenschäden. Der Großteil der Wildunfallschwerpunkte bleibt somit bisher unentdeckt.

 

Die seit Jahrzehnten konstant hohe Zahl von Wildunfällen ist ein deutliches Zeichen dafür, dass Wildtiere immer mehr Barrieren überwinden müssen, um Partner oder Nahrung zu finden. Das Bundesprogramm Wiedervernetzung soll Korridore über Verkehrswege hinweg für Tiere schaffen. Knapp 100 Konfliktstellen im deutschen Straßennetz müssen umgehend beseitigt werden. Dort kollidieren wichtige Wildtier- Wanderachsen mit bedeutenden Verkehrswegen. Grünbrücken oder -tunnel können Abhilfe schaffen.

 

Info: http://bit.ly/HLRK_2017

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