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RWJ 08/2017: EU erweitert Katalog invasiver Arten

Marderhund, Bisam und Nilgans aufhalten

Der Bundestag beschloss Ende Juni Änderungen von Bundesnaturschutz- und Bundesjagdgesetz. Damit sollen Vorgaben der EU-Verordnung zu invasiven gebietsfremden Arten umgesetzt werden, um deren Ausbreitung einzudämmen.

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Invasive Arten wie der Waschbär breiten sich nahezu ungebremst aus – mit massiven Problemen für die heimische Natur.

In Kürze wird die Liste invasiver Arten in der EU um drei erweitert, um die weitere Ausbreitung von Marderhund, Bisam und Nilgans möglichst zu stoppen. Der DJV begrüßt diesen Schritt, hatte er sich doch auf nationaler Ebene beim Bundesamt für Naturschutz (BfN) stets für die Aufnahme dieser Arten ausgesprochen. Dabei stützen sich Jäger auf die Ergebnisse langjähriger Erhebungen im Rahmen des Wildtier-Informationssystems der Länder Deutschlands (WILD). Den drei Arten kommt bei den bundesweiten Erfassungen eine besondere Bedeutung zu, da sie sich immer weiter ausbreiten und aus Gründen des Natur- und Artenschutzes entsprechend bejagt werden müssen.

 

Der DJV betont, dass auch bei Managementmaßnahmen der Tierschutz nicht auf der Strecke bleiben darf, was eine Bekämpfung mit allen Mitteln ausschließt. Andererseits müssten Beschränkungen bei der Jagd in Schutzgebieten und den Jagdzeiten aufgehoben werden. „Ich halte die Schonzeit für den Waschbär, wie sie etwa in Hessen 2015 beschlossen wurde, nicht nur für europarechtswidrig, sondern auch ökologisch fahrlässig“, sagte DJV-Präsidiumsmitglied Prof. Jürgen Ellenberger. Darüber hinaus setzt sich der DJV mit dem Projekt „Fellwechsel“ für eine bessere Verwertung von Fellen aus nachhaltiger Jagd ein.

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