Seite 1

RWJ 04/2018: Afrikanische Schweinepest (ASP) möglichst verhindern

DJV fordert 6-Punkte-Plan

Anlässlich der „Nationalen ASP-Präventionskonferenz“ im Bundeslandwirtschaftsministerium stellte der DJV Forderungen für eine Vereinfachung der Sauen-Bejagung vor.

schwarzwild rolfes djv id72780

Zur Reduzierung hoher Sauenbestände und um eine Verbreitung der ASP zu verhindern, sollten vor allem Frischlinge erlegt werden.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium hatte Ende Februar Vertreter aus Forschung, Ministerien und Jagd zur „Nationalen ASP-Präventionskonferenz“ nach Berlin eingeladen. Der DJV wies dabei darauf hin, dass eine Einschleppung des ASP-Virus durch verstärkte Jagd allein nicht verhindert werden könne. Vielmehr müssten besonders Fernfahrer aus europäischen Risikogebieten stärker kontrolliert werden, ebenso wie Raststätten entlang von Transitstrecken: Laut Experten haben achtlos weggeworfene Reste von verseuchter Rohwurst maßgeblich zur bisherigen Verbreitung der ASP beigetragen, Sprünge von mehreren 100 km in kürzester Zeit sind dokumentiert. Im Sinne der Prävention hält der DJV eine weitere Reduzierung der Wildschweinbestände für notwendig: Sollte das ASP-Virus den Sprung nach Deutschland schaffen, wäre dann zumindest die natürliche Ausbreitung reduziert. Diese beträgt etwa 20 km pro Jahr.

 

Eine noch intensivere Bejagung der Sauen kann nur erfolgreich sein, wenn Politik, Behörden, Landwirte und Jäger Hand in Hand zusammenarbeiten. Der DJV hat dazu einen 6-Punkte-Katalog mit Forderungen veröffentlicht, der die Jagd erfolgreicher machen soll.

 

1. Anlegen von Bejagungsschneisen in allen Feldkulturen, besonders Raps, Mais, Weizen.

Ohne Schneisen können 6,8 Mio. ha Feldfläche (ein Viertel Deutschlands) von Mai bis Oktober kaum bejagt werden, weil die Vegetation zu hoch ist. Dort wandern Sauen im Sommerhalbjahr ein.

 

2. Aufheben von Jagdverboten in Naturschutzgebieten

Feuchte Lebensräume mit Deckung wie Schilfgürtel oder Bruchwälder sind beliebte Rückzugsgebiete für Wildschweine.

 

3. Ganzjährige Bejagung in Staats-, Bundes- und großen Privatforsten

 

4. Mehr revierübergreifende Wald- Bewegungsjagden im Winterhalbjahr

Sauen haben vergleichsweise große Reviere, eine großflächige Bejagung ist deshalb sinnvoll. Behörden müssen die Verkehrssicherungspflicht unbürokratisch und kostenfrei unterstützen, am besten mit Personal. Dazu müssten Revierinhaber das unbeabsichtigte Überjagen von Hunden dulden.

 

5. Vergünstigungen für Ausbildung und Einsatz von Jagdhunden zur Wildschweinjagd

Zur effektiven Wildschweinjagd in Dickungen und Wald sind gut ausgebildete Stöberhunde unerlässlich. Tierschutzgerechte Ausbildung und Schutzausrüstung der Jagdhunde sind teuer, der Jagdeinsatz aufwendig. Die finanzielle Unterstützung durch Behörden ist erforderlich, denkbar wäre auch eine Hundesteuer-Befreiung.

 

6. Zulassung der „kleinen Kuge“l für gestreifte Frischlinge

Für gestreifte Frischlinge müssen bundesweit Patronen zugelassen werden, die eine Mindestenergie von 1 000 Joule auf 100 m Entfernung haben – bisher ist das Doppelte vorgeschrieben. Geschosse mit dieser Energie können allerdings den Körper kleiner Frischlinge so stark zerstören, dass das Wildbret nicht mehr verwertbar ist.

 

Der DJV begrüßt die bundesweite Aufhebung von Schonzeiten für Wildschweine. Der Dachverband der Jäger weist darauf hin, dass dies nicht die Aufhebung des Elterntierschutzes bedeutet – Bachen, die gestreifte Frischlinge säugen, dürfen auch weiter nicht erlegt werden. Nach Auffassung des DJV ist die Jagd alternativlos, um Wildschweinbestände zu reduzieren. Die „Pille für das Wildschwein“ lehnt der DJV als Unsinn ab.


Aktiv nur für Mitglieder!

Bitte melden Sie sich an, oder werden Sie Mitglied.