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RWJ 03/2016: Streckenstatistik 2014/15

10 Prozent mehr Wildschweine erlegen

Die deutschen Jäger haben in der vergangenen Jagdsaison über 520 000 Wildschweine erlegt – 10 Prozent mehr als im Jahr zuvor und 70 Prozent mehr als vor 25 Jahren. Von anderen heimischen Paarhufern wurden weniger Tiere erlegt.

 

Im Vergleich zu 1990 stieg die Zahl jedoch ebenfalls – beim Rotwild um 17, beim Damwild um 79 und bei Rehen um 23 Prozent. Steigende Abschusszahlen sind kein deutsches, sondern ein mitteleuropäisches Phänomen. Nach Angaben des Thünen-Instituts in Eberswalde hat sich in Zentraleuropa die Zahl der erlegten Hirsche, Wildschweine und Rehe in 40 Jahren sogar verdreifacht. Die Ursachen seien komplex, so die Forscher, mehr Nahrung und Lebensraum seien aber die Hauptgründe. Gerade anpassungsfähige Tiere wie Sauen kommen mit sich ändernden Umweltbedingungen besser zurecht als spezialisierte Arten wie Fasan, Rebhuhn oder Feldhase. Von diesen Arten wurden bis in die 1970er Jahre deutlich mehr Tiere erlegt als heute.

 

Mildere Winter, viele Jahre mit Eichen- und Buchenmast, der Boom beim Maisanbau zur Energiegewinnung, das Wegzüchten von Bitterstoffen im Raps und gestiegene Erträge auf den Feldern bescheren dem heimischen Schalenwild einen immer üppigeren Tisch. Wildschweine können auf die besseren Lebensbedingungen besonders erfolgreich reagieren, sie haben zwischenzeitlich eine Vermehrungsrate von 260 Prozent jährlich. Wildschweine breiteten sich zuletzt auch in höheren Regionen und nach Norden aus. So kommen sie etwa in Österreich schon regelmäßig in Höhenlagen über 1 000 m vor, ebenso in Dänemark und in Schweden. Den positiven Einfluss des Klimawandels auf die Wildschweinpopulation wiesen Wissenschaftler Ende 2015 erstmals nach. Dazu wurden Jagdstatistiken aus 150 Jahren für 69 Regionen in 12 europäischen Ländern ausgewertet.

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