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RWJ 11/2017: DJV zu Wölfen

„Politik muss Rahmen für Regulation schaffen“

Auf der Veranstaltung Kulturlandschaft und Wolf – Koexistenz braucht Bestandsregulierung bezog der DJV Stellung zum Umgang mit Wölfen in Deutschland: Mögliche Lösungsansätze der Politik müssen darauf fokussieren, dem Wolf beizubringen, sich von Mensch und Nutztieren fernzuhalten.

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Ganze „Problem-Rudel“, auf jeden Fall aber „auffällige“ Individuen sollen neuerdings „legal entnommen“ werden dürfen. Nur was ein Problemrudel ist und wodurch ein einzelner Wolf auffällig im Sinne solcher Freigaben wäre, weiß bisher niemand so genau …

Wo sich Wölfe etabliert haben, sinkt die Akzeptanz in der Landbevölkerung teils rapide. Ursachen sind Nutztierrisse und ungewollte Nahbegegnungen. Das Konfliktpotenzial wird laut DJV weiter steigen, da die Population jedes Jahr über 30 Prozent wächst. Der Wolf ist bereits heute eine Herausforderung für Deichschutz, Grünlandwirtschaft und Landschaftspflege.

 

„Wer angesichts der rasanten Ausbreitung des Wolfes seine Regulation fordert, muss auch den Rechtsrahmen schaffen. Wir brauchen praktikable Managementpläne“, erläuterte DJV-Präsidiumsmitglied Helmut Dammann-Tamke. „Wir prognostizieren, dass eine von der Politik gewollte Regulierung des Wolfes über das Jagdrecht denkbar und praktikabel sei“, so Dammann-Tamke weiter. Das intelligente Säugetier würde dann sehr schnell wieder scheu werden. In Cuxhaven haben Wölfe kürzlich erste Deichschafe gerissen und sich jagdtaktisch auf ausgewachsene Rinder spezialisiert. Das Deichgesetz verbietet aber eine wolfssichere Zäunung. Eine Verdrahtung der Landschaft widerspricht außerdem dem Gedanken der Biotopvernetzung.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD), der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und sein Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) hatten sich nach Presseangaben darauf verständigt, dass künftig komplette Problemrudel abgeschossen werden könnten. „Auffällige Wölfe müssen getötet werden“, forderte auch Till Backhaus, Landwirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern.

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