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RWJ 06/2016: Jäger-Treffen in der alten Kaiserstadt Aachen

Wo Karl badete, Churchill getragen wurde und Adenauer zu Fuß lief

Keine deutsche Stadt ist europäischer. Geschichte und Lage sprechen eine eindeutige Sprache. Den historischen Ruhm begründete Kaiser Karl, die Geographie wird vom Dreiländereck mit Belgien und den Niederlanden geprägt.

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In aller Bescheidenheit glauben die Vermarkter der rheinischen Stadt (www. aachen-tourist.de), bei ihrem Vorzeigeobjekt handle es sich um die schönste der Welt. Viele Gäste verstehen das. Große Geschichte, internationales Flair, verwinkelte Straßen und Plätze sind die Zutaten der Verzauberung. 250 000 Einwohner, davon mehr als 50 000 Studenten, können den Wahrheitsgehalt der Werbebotschaft täglich prüfen.

 

Sie leben in Deutschlands westlichster Großstadt. Aber auch in Aachen wird nur mit Wasser gekocht. Es hat die Stadt sogar berühmt gemacht. Eifel-Vulkane heizen es auf 74 Grad. Nördlich der Alpen sprudelt nirgendwo Wasser so heiß aus dem Festland. Schon Kelten und Römer nutzten die Mineral-Thermalquellen, um Leiden zu lindern. Das fand auch Karl der Große angenehm und erkor Aachen zu seinem Hauptwohnsitz. Der 742 geborene „Vater Europas“ blieb in den 46 Jahren seiner Herrschaft einigermaßen auf dem Teppich. Die Kleidung des 1,90-m-Mannes unterschied sich nicht viel von der seines Volkes. Alkohol genoss er in Maßen und formale Bankette mied er. Lieber veranstaltete er karolingische Hallenabende, bei denen in geselliger und lockerer Runde viel und gut gegessen, musiziert und diskutiert wurde.

 

Eine weitere Vorliebe Kaiser Karls war die Jagd in den weitläufigen Waldgebieten, was Aachen noch mehr als Austragungsort des Landesjägertages 2016 prädestiniert. Allerdings erkrankte Karl der Große nach einem Jagdunfall an Rippenfellentzündung und erlag ihr im Januar 814. Noch am gleichen Tag wurde er im Herzstück seiner Kaiserpfalz, der Marienkirche des Aachener Doms, beigesetzt. Sie zählt zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten und sorgte dafür, dass der Aachener Dom 1978 als erstes deutsches Bauwerk in die Welterbe-Liste kam. Neben den vier Aachener Heiligtümern, die alle sieben Jahre Pilgern aus aller Welt gezeigt werden, birgt die Domschatzkammer größte Kostbarkeiten. Auf der früheren Königshalle wurde das heutige Rathaus erbaut.

 

Anlässlich der Krönung von 30 römisch-deutschen Königen wurden dort zwischen 936 und 1531 opulente Festmähler abgehalten. So üppig gehts dort heute nur noch zu, wenn der Karlspreis für Verdienste um die Einheit Europas verliehen wird. Stets an Christi Himmelfahrt versammeln sich in Aachen gekrönte und ungekrönte Häupter, allesamt Träger des Aachener Karlspreises. Soeben hat ihn Papst Franziskus erhalten. Der Heilige Vater aber kam nicht in die Kaiserstadt, sondern die Aachener mussten nach Rom. Angela Merkel, der spanische König Felipe oder EU-Oberkommissar Jean-Claude Juncker fuhren gleich mit. Als Winston Churchill 1955 als einer der ersten Preisträger ausgezeichnet wurde, mussten zwei Aachener Feuerwehrleute den hochbetagten und gebrechlich gewordenen Briten im Sessel die 75 Stufen zum Krönungssaal des Rathauses hinauftragen.

 

Der fast gleichaltrige Laudator Konrad Adenauer, damals auch schon 80, nahm die Treppe ohne Atemverlust zu Fuß. Der bronchienanfällige Nachkriegskanzler war Nichtraucher, während Sir Winston die Zigarre nur im Schlaf aus der Hand legte.

 

Printen das ganze Jahr

Beliebt im Aachener Stadtbild sind Brunnen und Denkmäler. Aus dem Elisenbrunnen rinnt seit dem 19. Jahrhundert schwefelhaltiges Heilwasser der Kaiserquelle, damit gestärkt kann man sich ins Kaufgetümmel der Innenstadt stürzen. Erholung von den Einkaufsstrapazen bieten Cafés und Bäckereien. Printen, Aachens Nationalgebäck, gibts nicht nur zu Weihnachten, das Kräutergebäck kommt mit Nüssen, Mandeln, Schokolade oder Zuckerguss in Aachen ganzjährig auf den Tisch. In einem der ältesten Wohnhäuser Aachens ist die weltweit einmalige Sammlung historischer Erst-, Jubiläums- und Schlussausgaben von Zeitungen zu sehen.

 

Auf dem Katschhof macht das Centre Charlemagne als neues Stadtmuseum die Geschichte Karls des Großen und die Entwicklung der Stadt erlebbar. Kunstinteressierte widmen sich im Suermondt- Ludwig-Museum auserlesenem Alten. Das Ludwig Forum für Internationale Kunst wartet mit Exponaten der Moderne auf. Eine ehemalige Apotheke aus dem 18. Jahrhundert, das heutige Couven- Museum, gewährt Einblicke in die bürgerliche Lebenskultur nach dem Stadtbrand von 1656. Der Kultur dienen auch das Theater Aachen, das Grenzland-Theater und kleine Schauspielhäuser. Noch berühmter ist das „Weltfest des Pferdesports“, das die Elite der Reiterei jeden Sommer in die Aachener Soers zieht.

 

LB

 

 

RWJ_06/2016_Einladung_zum_Landesjägertag


Organisatorische Hinweise

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Einlass: Der Eurogress Aachen wird am 25. Juni ab 8.00 Uhr für die Teilnehmer des Landesjägertages geöffnet sein.

 

Rahmenprogramm: Im Foyer des Eurogress Aachen präsentieren sich ideelle und kommerzielle Aussteller, u. a. die Initiative "Lernort Natur" und die Jungen Jäger im LJV NRW.

 

Anreise mit dem PKW/Navi-Adresse: Eurogress Aachen, Monheimsallee 48, 52062 Aachen Besucher ohne Navigationssystem orientieren sich an der innerstädtischen Beschilderung Eurogress-Kurpark.

 

Anreise mit dem Bus: Reisebusse können die Teilnehmer des Landesjägertages bis zum Veranstaltungsort (Monheimsallee 48, 52062 Aachen) fahren. Bereitstellungsraum der Busse während des Landesjägertages und der LJV-Mitgliederversammlung ist der Bendplatz (Navi: Süsterfeldstr. 36, 52072 Aachen)

 

Parken am Eurogress Aachen: Das Parkhaus in unmittelbarer Nähe zum Eurogress (Monheimsallee 44, 52062 Aachen) verfügt über ausreichend Parkplätze, weitere Parkplätze befinden sich in unmittelbarer Nähe (s. Karte).

 

Anreise mit dem ÖPNV: Das Eurogress Aachen erreicht man vom Haupbahnhof mit den Linien 3 A und 13 A Richtung Ponttor (5. Haltestelle: Eurogress/Spielcasino).


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Landesjägertag in Aachen

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