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RWJ 12/2017: Reaktionen auf das Titelbild des November-RWJ

Diskussion erwünscht !

Zum Titelbild der November-Ausgabe erreichten uns zahlreiche, durchaus kritische Rückmeldungen. Das wollen wir nicht unkommentiert lassen.

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Unser November-Titelbild (hier die ganze Szene) zeigt eine spannende, sicher nicht einfache Situation bei einer Bewegungsjagd. Das Motiv führte zu leb­haften Diskussionen unter den RWJ-Lesern – gut so !

Nicht auf jedes Titelbild erhalten wir so viele Rückmeldungen wie im November (eine kleine Auswahl s. u.). Einerseits ist es erfreulich und durchaus erwünscht, wenn das Cover zu Diskussionen anregt. Andererseits ist es bedauerlich, dass der Redaktion rundumschlagartig Unvermögen, Unprofes sionalität und anderes unterstellt wird.

Das Titelmotiv wurde aus mehreren Gründen und mit klarem Blick für die Tücke der Situation bewusst ausgewählt. Es zeigt eine Rotte Sauen, die in Schussentfernung des Schützen über einen Acker flüchtet – Momente, in denen wohl jeder Jäger automatisch Herzklopfen bekommt – und instinktiv in Voranschlag geht. Im Hintergrund sind eine Straße und ein Auto zu sehen, ausreichender Kugelfang ist in diesem Moment sicher nicht gegeben. Das sind Aspekte, die Sie sicher auch mit Jagdfreunden diskutiert haben. Gut so !

 

Jeder verantwortungsbewusste Schütze muss nun in Sekundenbruchteilen prüfen, ob und auf welche Sau eine Schussabgabe unter Sicherheitsaspekten überhaupt möglich ist – Jagd pur. Auf dem Bild ist keineswegs zu erkennen, dass der Jäger tatsächlich ohne ausreichenden Kugelfang schießt. Wenn die nach links flüchtende Rotte nicht in entsprechendes Gelände kommt, wird er den Finger gerade lassen. Vielleicht ergibt sich aber kurz darauf doch noch die Möglichkeit für einen sicheren Schuss. Genau aus diesem Grund wurde das Motiv von der Redaktion ausgewählt – es sollte zu Diskussionen anregen, die Wachsamkeit fördern und vielleicht auch ein wenig provozieren.

 

Wir freuen uns, wenn in Hegeringen und Stammtischen zwischen Rhein und Weser über sicherheitsrelevante Aspekte diskutiert wird und die große Mehrheit der Jäger mittlerweile so sensibilisiert ist, dass diese Aspekte sofort ins Auge fallen. Dennoch hätte eine Einordnung durch die Redaktion Missverständnisse vermeiden können. Daher werden wir zukünftig jeden RWJ um einen kurzen Text zur Einordnung des Titelbildes ergänzen.

 

Matthias Kruse RWJ-Chefredakteur

 

Verantwortungslos

„Das Titelbild könnte für die Jungjägerausbildung genutzt werden – um darzustellen, was man bei Drückjagden alles falsch machen kann. Ich kann nur hoffen, dass der Schütze nur angeschlagen hat – ein Schuss in dieser Situation wäre absolut verantwortungslos. Es gibt keinen natürlichen Kugelfang, im Hintergrund verlaufen Straßen und bei dem Schußwinkel würden Geschosse (speziell bleifreie) als Abpraller wohl noch kilometerweit fliegen.“

 

B. Greife, Soest

 


Auf Autos schießen ?

„Als mein fünfjähriger Sohn den RWJ sah, fragt er, warum der Jäger auf das Auto schießt – erst da habe ich es hinter den Bäumen gesehen. In diese Richtung ist kein wirklicher Kugelfang geboten. Ich würde mir wünschen, dass solche Bilder besser nicht für eine Jagdzeitung verwendet werden, um Menschen mit weniger Verständnis für die Jagd keine Angriffsfläche zu bieten.“

 

T. Bungarten

 


Im Münsterland erlaubt ?

„Ihr Titelblatt sorgt für Aufruhr – wie kann man nur so ein Foto veröffent lichen, wo ein Schütze auf eine Rotte Sauen anlegt, wo deutlich erkennbar ist, dass es keinen Kugelfang gibt und im Hintergrund eine Straße verläuft ! Oder ist das im Münsterland erlaubt? Bitte stellen Sie das im Sinne der Jäger wieder gerade!“ 

 

H. Beuermann, Enger


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