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RWJ 03/2017: Aktuelles aus dem Jagdgebrauchshundewesen

Das Schwarzwildgatter Lippstadt kommt

Gute Nachrichten für Hundeführer in NRW. Voraussichtlich ab diesem Sommer wird auch für nordrhein- westfälische Jäger ein Schwarzwildgatter zur Einarbeitung von Jagdgebrauchshunden zur Verfügung stehen.

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Für die Arbeit am wehrhaften Schwarzwild hat sich die Einarbeitung der Hunde im Schwarzwildgatter bewährt. Etwa ab Mitte des Jahres steht in Lippstadt eine Einrichtung für nordrhein-westfälische Jäger zur Verfügung.

Obleutesitzung auf Jagd und Hund

Traditionell treffen sich anlässlich der Messe „Jagd und Hund“ auf Einladung des LJV die KJS-Obleute für das Jagdgebrauchshundwesen, die Vorsitzenden der Prüfungs- und Zuchtvereine des JGHV in NRW sowie Vertreter des Jagdgebrauchshundverbandes (JGHV) und der Jagdkynologischen Landesvereinigung NRW (JKV). Bereits im Vorfeld hierzu hatte es Ende Januar ein Treffen von JGHV, JKV und LJV gegeben. Die Erkenntnis beider Veranstaltungen ist, dass Jagd und Jagdgebrauchshundwesen nur mit einem geschlossenen Auftreten nach außen erfolgreich sein können. Daher wollen alle Beteiligten einträglich und sachorientiert an der Außenwirkung arbeiten.


Schwarzwildgatter kommt

Das Projekt „Schwarzwildgatter Lippstadt“ steht als Beispiel für ein erfolgreiches Zusammenwirken. Der LJV hatte das Projekt nach der Änderung des Landesjagdgesetzes in 2015 weiterverfolgt. Nach dezidierter Prüfung aller organisatorischen AUS DEM LJV und planerischen Aspekte und der Beratung mit der Kompetenzgruppe Schwarzwildgatter hatten der LJV und auf Empfehlung der Kompetenzgruppe die KJS Soest im vergangenen Frühjahr entschieden, das Projekt in der Zuständigkeit eines örtlichen Betreibers umzusetzen. Die KJS Soest gründete daraufhin die „Schwarzwildgatter Lippstadt gUG“, deren Zweck der Bau und Betrieb des Gatters ist. Dieser wurden durch den LJV sämtliche Genehmigungen und Vorleistungen zur Verfügung gestellt, sodass alle hierfür eingesetzten Mittel zweckgerichtet verwendet werden. Mit der Unterstützung des LJV wurde dann Ende 2016 ein Antrag auf Förderung des Gatterbaus aus den Mitteln der Jagdabgabe gestellt. Diese Mittel können ausschließlich von dem jeweiligen Betreiber beantragt werden. Hubert Falkenstein, Geschäftsführer der „Schwarzwildgatter Lippstat gUG“, berichtete auf der Obleutesitzung, dass die Fördergelder bewilligt wurden und die Beauftragung des Gatterbaus nun erfolgt. Nach derzeitigem Sachstand ist die Aufnahme des Probebetriebes für etwa Mitte des Jahres zu erwarten.

 

Unter www.swg-lippstadt.de werden alle Interessierten laufend auf dem aktuellen Stand gehalten. Besonderen Dank sprach der LJV der KJS Soest für ihre tatkräftige Unterstützung aus!


Förderung bei Prüfungen erhöht

Auch bei der Förderung der Jagdgebrauchshundeprüfungen konnte der LJV Positives vermelden. Hier wurden auf seine Initiative die Förderbeträge für Jagdgebrauchshundeprüfungen den allgemein gestiegenen Kosten angepasst. Insgesamt stehen den Prüfungsveranstaltern insofern nun 38 % mehr Mittel zur Verfügung. Darüber hinaus unterstützt der LJV die Betreiber von Ausbildungs- und Prüfungsgewässern nach wie vor bei der Planung und Umsetzung von Instandhaltungsmaßnahmen. Auch hier hat sich der LJV für eine Erhöhung der Unterstützung solcher Projekte stark gemacht. Sie können nun, bei Vorliegen der Förderbedingungen, auch vollständig finanziert werden.


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Arbeit an der lebenden Ente

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Auch den sicheren Apport von Federwild muss der brauchbare Jagdhund beherrschen. Fotos: LJV

Außerdem war das Monitoring der Arbeit an der lebenden flugfähigen Ente in NRW Gegenstand der Besprechungen. Ein solches hat der Landtag im Rahmen der Verabschiedung des Landesjagdgesetzes in 2015 der Landesregierung in ihr Pflichtenheft geschrieben. Entsprechend den mit dem neuen Landesjagdgesetz verbliebenen Möglichkeiten kommt derzeit auf den Brauchbarkeitsprüfungen in NRW die flugfähige lebende Ente zum Einsatz. Mit der Durchführung dieser Prüfungen hat der Gesetzgeber im Rahmen der Verwaltungsvorschrift zum LJG NRW die Kreisjägerschaften des LJV NRW beauftragt und diese Prüfungen als Nachweis der jagdlichen Brauchbarkeit anerkannt. Der LJV hat insofern gegenüber der obersten Jagdbehörde seine Zuarbeit für dieses Monitoring zugesagt und wird die Zahl der jährlich abgelegten Brauchbarkeitsprüfungen, eine Übersicht über die Prüfungsergebnisse und Erfahrungsberichte zur Verfügung stellen. Mit dem JGHV und der JKV NRW wurde vereinbart, diese in die Arbeiten hierzu einzubeziehen.

 

Im Interesse aller Beteiligten wird sich der LJV auch dafür einsetzen, weiterreichende Einschränkungen der Entenarbeit zu verhindern. Im Übrigen macht sich der LJV nach wie vor dafür stark, die Ausbildung an der vorübergehend flugunfähig gemachten Ente in NRW wiederzuerlangen. Diese Forderung wurde unter anderem in den Katalog der Punkte aufgenommen, zu denen im Rahmen der Volksinitiative für ein ideologiefreies, praxisgerechtes Jagdrecht in NRW Änderungen im Landesjagdgesetz gefordert werden. Im Rahmen der Sitzung des Umweltausschusses des Landtages zur Anhörung der Initiatoren der Volksinitiative wurde die Wiedereinführung der sogenannten Müller-Methode ausdrücklich eingefordert. Die weitere Diskussion sowie die Plenardebatte zur Volksinitiative im Landtag wird für Anfang März erwartet.

 

Christian Junge


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